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Münster, 14.11.2018
Lettland: Verteidigungsminister Bergmanis kauft Spike-Raketen vom deutsch-israelischen Joint Venture PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 07. März 2018 um 00:00 Uhr

Lettische Firmen sollen Waffen und Munition herstellen

Bergmanais, SpikesVerteidigungsminister Raimonds Bergmanis empfing am 12. Februar 2018 den Leiter der Eurospike GmbH, Günter Lauer. Eurospike ist ein Unternehmen, an dem die Waffenproduzenten Diehl BGT Defence aus Überlingen und Rheinmetall Defence Electronics aus Bremen zu jeweils 40 Prozent und die Firma Rafael Advanced Defense Systems aus Haifa zu 20 Prozent beteiligt sind. Die Eurospike hat ihren Sitz in Röthenbach bei Nürnberg. Bergmanis und Lauer unterschrieben einen Vertrag über den Kauf von Panzerabwehrlenkwaffen im Wert von 108 Millionen Euro (sargs.lv). Wieviele Spike-Raketen bis 2023 geliefert werden, teilte das Ministerium nicht mit. Der Lobbyverband Federation of Security and Defence Industries of Latvia (FSDI) einigte sich im letzten Jahr mit dem israelischen Waffenproduzenten Rafael, lettische Institute und Firmen in Forschung und Entwicklung einzubeziehen.

Am 12.2.2018 unterzeichneten Raimonds Bergmanis (rechts), Günter Lauer (Mitte) und Arie Lapidot den Spike-Vertrag, Foto: Gatis Dieziņš, JIC, mod.gov.lv

 

Bergmanis bezeichnete die neue Anschaffung als bedeutendes Projekt, um die Kampfkraft der lettischen Armee weiterzuentwickeln: "und ich freue mich, dass wir uns gemeinsam mit den Verbündeten neue Kenntnisse aneignen können, um zusammen unsere Sicherheit zu stärken."

Damit spielte er auf die Kooperation zwischen den Spike-Produzenten und FSDI an. Lauer fügte hinzu, dass der Kontakt mit lettischen Forschern und Herstellern fortgesetzt werde und man fest entschlossen sei, lettische Firmen zu beteiligen. Der Lobbyverband FSDI zählt mehr als 60 Mitglieder, neben Unternehmen aus dem Informatik- und Kommunikationsgewerbe oder Zuliefererfirmen verschiedener Branchen auch die staatlichen Hochschulen Lettische Universität, Technische Universität und Rigas Stradina-Universität (federacija.lv).

Elina Egle, FSDI-Vorsitzende, erläuterte gegenüber der Nachrichtenagentur Leta die Bedeutung für die lettische Wirtschaft: "Der größte Mehrwert des Projekts dieses Umfangs ist es, dass lettische Produzenten militärische Qualitätsstandards übernehmen werden und sie die Möglichkeit haben, mit solchen internationalen Unternehmen wie Rafael Advanced Defense Systems und Eurospike zusammenzuarbeiten. Die entsprechenden lettischen Unternehmen könnten sich zu einer Zuliefererkette zusammenschließen." (delfi.lv)

Bergmanis ist Befürworter eines Militärbudgets, das mindestens zwei Prozent des BIP beträgt, dafür verdoppelte Lettland sein Militärbudget in den letzten Jahren, so wie es die Nato-Staaten 2014 in Wales vereinbarten. Seit seinem Amtsantritt befindet sich der lettische Minister auf Einkaufstour. Nun beabsichtigt er, die lettische Wirtschaft an der Rüstungsproduktion zu beteiligen. Vairog EU, die Filiale eines US-Herstellers im Rigaer Vorort Marupe, soll zukünftig Munition für das angeschaffte Kriegsgerät liefern (sargs.lv). In Marupe ist eine weitere US-Tochter ansässig, der Drohnenfabrikant UAV Factory, er soll seine bislang zivilen, unbemannten Flugobjekte in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität militärisch weiterentwickeln (LP: hier).


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