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Münster, 24.8.2019
„Kernkraft nicht die Antwort auf alle Fragen“ PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Jens von Rauchhaupt   
Freitag, den 26. Januar 2007 um 18:52 Uhr
In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung äußerte sich der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs neben der Klimaproblematik auch indirekt zu den AKW Plänen der baltischen Staaten. Piebalgs zeigte sich skeptisch, ob das AKW Projekt in Litauen wirklich realisiert wird. Zu viele Fragezeichen gäbe es dort: “Die politische Unterstützung ist ungenügend und die Finanzierung noch völlig offen“. Für das baltische Atomkraftwerk sind rund drei Milliarden Euro veranschlagt. Nach anderen Schätzungen wird das AKW-Projekt gar 4 Milliarden Euro verschlingen.
 
Piebalgs
Foto:EU Kommissar Andris Piebalgs
 
Piebalgs gab an gleicher Stelle zu bedenken, dass die EU den Mitgliedsstaaten nicht vorschreiben könnte, welche Energieformen sie in welchem Umfang nutzen. Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass Brüssel bei den Sicherheitsstandards für Betrieb und Lagerung der radioaktiven Abfälle das Sagen habe, weil es auch die Staaten ohne Kernkraft beträfe. Auch die Energiepolitik anderer Mitgliedsstaaten der EU verschonte Piebalgs nicht, indem er geringe Investitionen in alternative Energien bemängelte: „Die verbleibende Zeit bis zum Abschalten der vielen alten Atommeiler in Europa müssen genutzt werden, um neue Technologien zu entwickeln.“

Zudem pochte Piebalgs auf die vertraglichen Zusicherungen des Hauptlieferanten Russland, die Versorgung Westeuropas mit Gas und Öl zu gewährleisten. Die Vorfälle der letzten Zeit hätten gegenüber Russland einen enormen Vertrauensverlust verursacht. Die Abhängigkeit von russischen Gas und Öllieferungen und das baldige Ende des alten Kernkraftwerkes Ignalina 1 sind die Hauptbeweggründe, warum die baltischen Staaten gemeinsam ein Kernkraft in Litauen betreiben wollen.

-JvR-
 

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