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Münster, 11.12.2017
Erneut Sprachenstreit in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 14:29 Uhr

„Wieder eine Erniedrigung der russischsprachigen Einwohner“

Lettisches StraßenschildMehrere hundert Menschen versammelten sich am 23. Oktober 2017 vor dem lettischen Bildungsministerium. Lsm-Reporterin Judite Cunka erntete von den Demonstranten empörte Kommentare wie diesen: „Ich bin deshalb gekommen, weil schon wieder eine Erniedrigung der russischsprachigen Einwohner erfolgt. Es ist nicht gleich dieser Übergang auf die lettische Sprache. Aber er spielt eine Rolle im Spiel der Erniedrigung. Ein Mensch beendet die Schule, er versteht nicht einmal seine Muttersprache richtig zu schreiben,“ sagt ihr ein Grigori ins Mikrofon (lsm.lv). Das Thema Muttersprache ist in Lettland heikel und erregt die Gemüter. Anfang Oktober hatte Bildungsminister Karlis Sadurskis seinen Plan vorgestellt, in Zukunft mehr Lettisch in den Minderheitenschulen vorzuschreiben. Nun mobilisieren die politischen Vertreter der Russischsprachigen dagegen.

Auf lettischen Straßenschildern wurde nach der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit das Russische getilgt, die Letten hatten die sowjetische Phase als Zeit der Russifizierung erlebt, in der die eigene Sprache entwertet wurde, Foto: A. Kuzmins auf Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

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Lettland: Nationale Allianz verhindert automatische Zuerkennung der Staatsbürgerschaft an die Kinder von Nichtbürgern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. September 2017 um 00:00 Uhr

Koalition wichtiger als europäische Werte

NichtbürgerpassNach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit zog Lettland den Unmut von Menschenrechtlern auf sich. Der lettische Gesetzgeber schloss Immigranten von der Staatsbürgerschaft aus, die nach der sowjetischen Besatzung 1940 ins Land gekommen waren und keine lettischen Vorfahren nachweisen konnten. Das machte über ein Drittel der lettischen Bevölkerung zu sogenannten `Nichtbürgern`. Diese haben zwar ein lebenslanges Aufenthaltsrecht, dürfen aber nicht an Wahlen teilnehmen und bestimmte Berufe im Staatsdienst nicht ausüben und weitere Nachteile. Seitdem hat sich vieles geändert. Die Gesetzgebung wurde liberalisiert und mit einem lettischen Sprachnachweis können die meistens russischstämmigen Nichtbürger inzwischen die lettische Staatsbürgerschaft erhalten. Einst betrug die Zahl der Nichtbürger etwa 700.000. Sie ist auf weniger als 250.000 gesunken. Die Zahl wird sich weiter verringern, da nach den Gesetzesnovellen der letzten Jahre auch die Kinder von Nichtbürgern den lettischen Pass erhalten können – falls die Eltern diesem zustimmen. Staatspräsident Raimonds Vejonis brachte am 21. September 2017 eine Gesetzesinitiative in die Saeima ein, die die automatische Zuteilung der Staatsbürgerschaft für Kinder bezweckte, auch wenn die Eltern sich dagegen aussprechen (president.lv). Doch dieses Vorhaben scheiterte am Einspruch der Nationalen Allianz.

Ein Auslaufmodell: Der lettische Nichtbürgerpass, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite

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Lettische Hausärzte bummeln bis zum Herbst PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 19. August 2017 um 00:00 Uhr

Ärztevertreter beklagt „stalinistische Repressionen“

Ärztin mit FormularenSeit Anfang Juli protestieren lettische Hausärzte gegen zu geringe staatliche Vergütungen. Aus dem unbefristeten Streik wurde inzwischen ein Bummelstreik, bei dem pro Tag 20 Patienten behandelt werden. Der Lettische Verband der Hausärzte (LGGA) lehnte das Angebot der Regierung ab. Diese ist zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit. Ärztevertreter beklagen nicht nur die niedrige Bezahlung, sondern auch die bürokratischen Schikanen, mit denen die Hausärzte kontrolliert und überwacht werden.

Ärzte im Bürokratiestress, Foto: Mennonite Church USA Archives - https://www.flickr.com/photos/mennonitechurchusa-archives/25021335601/, No restrictions, Link
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