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Münster, 22.2.2018
Lettland - Diskussionen um "Tscheka-Säcke" PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 09. Februar 2018 um 13:55 Uhr

Von Geheimdienstlern und ihrem Anspruch auf Geheimhaltung

Stura MajaTscheKa ist die russische Abkürzung für die Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage. Sie wurde auf Lenins Geheiß gegründet, um Kritiker und Gegner seines Regimes auszuschalten. Tscheka gilt als Synonym für staatliche Verfolgung, Verhaftung, Deportation und Exekution. Die Mitarbeiter und Agenten der sowjetischen Geheimdienste NKWD und des später gegründeten KGB waren ebenfalls gefürchtet, auch sie wurden "Tschekisten" genannt. In der Zeit, als Lettland eine Sozialistische Sowjetrepublik war, befand sich die lettische KGB-Filiale im "Stura Maja", im Eckhaus zwischen der Brivibas und Stabu Straße in Riga. Dort wurde eine Kartei mit zirka 25.000 Agentennamen angelegt. Von diesen Karteikarten sind schätzungsweise ein Fünftel bis ein Drittel in zwei Stoffsäcken erhalten. Mehr als zwei Jahrzehnte blieben sie versiegelt. Erst 2014 beschloss die Saeima, eine interdisziplinäre Kommission einzusetzen, die den Inhalt erforschen und ausgerechnet 2018, im Jahr des 100jährigen Staatsjubiläums, veröffentlichen soll. Laut Gesetz muss die geplante Publikation bis zum 31. Mai erfolgen. Das sorgt für zahlreiche Diskussionen.

Das "Stura Maja", die ehemalige Zentrale des KGB in Riga, Foto: LP

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Lettland kauft HK-G36-Gewehre für 13 Millionen Euro PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 19. Januar 2018 um 14:41 Uhr

Zwei Prozent und mehr für die lettische Aufrüstung

Lettischer Soldat mit G36Verteidigungsminister Raimonds Bergmanis ist fest entschlossen, mindestens zwei Prozent des BIP für das eigene Ressort auszugeben. Das kommt auch der deutschen Waffenindustrie zugute. Die lettische Armee (Nacionalie brunotie speki, NBS) hat am 11. Januar 2018 mit dem schwäbischen Rüstungsunternehmen Heckler & Koch (HK) einen Vertrag über den Kauf von G36-Sturmgewehren vereinbart. In den nächsten sieben Jahren werden neben NBS-Soldaten auch lettische Grenzschützer und Einheiten der Nationalgarde mit dieser Waffe ausgestattet (sargs.lv).  Bergmanis hatte noch einige Tage davor darauf hingewiesen, dass sich das Geschäft wegen der deutschen Debatten um die Treffsicherheit der weltweit verbreiteten Feuerwaffe verzögert habe. Nicht nur das HK-Produkt ist umstritten, die schwäbische Rüstungsschmiede wird auch wegen ihrer skrupellosen Waffendeals von Kritikern beargwöhnt. In einem ausführlichen Interview mit dem Journalisten Janis Domburs nahm Bergmanis Stellung, wie er das rasch ansteigende lettische Militärbudget auszugeben gedenkt (delfi.lv).

Laut Wikipedia-Angabe ein lettischer Soldat mit einem G36C-Gewehr, Foto: Staff Sgt. Isaac A. Graham, Gemeinfrei, Link

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Lettland: Jahresrückblick 2017, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Das Erinnern bestimmt die Zukunft

Gedenkstätte Gogola ielaDer Sozialpsychologe Harald Welzer erläuterte 2010 auf einer Podiumsdiskussion im Rigaer Goethe-Institut die Psychologie des Erinnerns: Der Mensch erinnert sich nicht objektiv, sondern derart, dass es ihm gelingt, mit dem Erinnerten Gegenwart und Zukunft zu meistern (LP: hier). Das, was daran hindert, verdrängt oder verzerrt er. Das was ihm für sein Selbstbild nützt, aber nur auf Bildern gesehen oder aus Erzähltem gehört hat, hält er für persönlich Erlebtes. Auch die kollektive Erinnerung ist subjektiv. Die Erinnerungskultur der Letten war in den letzten Jahrzehnten davon geprägt, die Zeit der Sowjetunion zu bewältigen. Inzwischen entsteht Raum für Erinnerungen an Ereignisse, bei denen Letten nicht Helden oder Opfer, sondern Mittäter waren. Am 30. November trafen sich mehrere hundert Letten am Nationaldenkmal, um den Holocaustopfern unter deutscher Besatzung zu gedenken. So wird die Sicht auf die eigene Historie vielfältiger. Das passt zur Entwicklung einer offenen Gesellschaft, wie sie sich Staatspräsident Raimonds Vejonis wünscht.

Am lettischen Holocaust-Gedenktag am 4. Juli waren Vertreter des deutsch-österreichisch-tschechischen Riga-Komitees in die lettische Hauptstadt gekommen. Diese Vereinigung vertritt 56 Städte, aus denen jüdische Bürger nach Riga deportiert worden waren. Sie nahmen u.a. an einer Gedenkveranstaltung auf dem Gelände der zerstörten Synagoge an der Gogloa iela teil. Foto: Reinis Inkēns, Saeimas Administrācija

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