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Münster, 17.10.2017
Traurige Nachrichten aus dem Irak zum Jahresende PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Jens von Rauchhaupt   
Freitag, den 29. Dezember 2006 um 02:28 Uhr
Irak. Das lettische Verteidigungsministerium musste am Mittwochabend bestätigen, dass am Morgen des 27. Dezember zwei lettische Soldaten in der irakischen Provinz Ghadessia durch einen Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Die Soldaten befanden sich nach einer Patrouille auf den Rückweg zur Basis als ihr Fahrzeug vom Typ „Hummer“ in der Nähe der Stadt Divaniae explodierte.
 
Der Kommandant der lettischen Streitkräfte (NBS) Juris Maklakovs beschrieb die Detonation als „sehr heftig“.  Das Verteidigungsministerium vermutet als Explosionsursache einen am Straßenrand deponierten Sprengkörper. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Der Fahrer des Hummers Gints Bleijs (25) und der Schütze Vitalijs Vasiljevs (24) waren auf der Stelle tot. Drei weitere Soldaten überlebten den Anschlag zum Teil schwer verletzt. Ein Soldat wird zur Behandlung seiner Verletzungen nach Rammstein, Deutschland ausgeflogen.
 
soldat
 
Tragischerweise sollte die Mannschaft nach dieser Patrouillenfahrt in die Heimat zurückkehren. Die Patrouille diente nur noch zur Einweisung der neuen Kräfte, berichtet die Diena. Die Ghadessia Provinz, die vorrangig von Schiiten bewohnt wird, galt eigentlich als eher ruhig. Allerdings erhob unlängst der Fernsehsender Al-Alam schwere Vorwürfe gegen US-amerikanischen Streitkräfte, die in Divania ein Blutbad angerichtet hätten. Nach diesen unbestätigten Meldungen kamen dort im Oktober 20 Zivilisten bei einem Feuergefecht zwischen amerikanischen Einheiten und Anhängern des Schiitenführers Moghtada Sadr ums Leben.

Die lettischen Streitkräfte beklagen mit diesem Vorfall nun 3 Todesopfer im Irak. Am 8. Juni 2004 musste Pionier Olafs Baumanis bei einer Mienenexplosion sein Leben lassen.  Insgesamt sind 113 lettische Soldaten als Teil der „Koalition der Willigen“ auf drei Basen in Zentral-Irak stationiert. Neben dem Einsatz im Irak ist Lettland noch mit 64 Soldaten in Afghanistan und mit je 11 Soldaten im Kosovo und in Bosnien vertreten. Die Regierung in Riga ließ bereits verlauten, dass man trotz dieses schrecklichen Vorfalls unbeirrt an der bisherigen Irakpolitik und dem Bündnisversprechen zu den USA festhält. Die Hinterbliebenen Familien der Toten bekommen laut Diena etwa 71.700 Euro (50 Tausend Lats) Abfindung. Die Überführung der Leichname soll am Samstag stattfinden. Die Beerdigungszeremonie mit Andacht in der Sv. Peterskirche ist für nächste Woche angesetzt.
-JvR-

 

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