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Münster, 23.4.2017
Frank Walter Steinmeiers Nato-Kritik und Reaktionen lettischer Webleser PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Juli 2016 um 09:40 Uhr

Die lettische Furcht vor dem "Steinmeier-Lawrow-Pakt"

Die Kritik des deutschen Außenministers an den Nato-Militärmanövern nahe der russischen Grenze wurde auch in Lettland vernommen. Steinmeier hatte in der "Bild am Sonntag" Mitte Juni gewarnt: "Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen" und hinzugefügt: "Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt". Vor einigen Wochen beteiligten sich Nato-Soldaten, darunter 400 Bundeswehrangehörige, an der polnischen Großübung "Anakonda". Hinter den Kulissen stritten sich laut spiegel.de Steinmeier und andere Diplomaten mit der antirussisch eingestellten polnischen Regierung und baten um Mäßigung. Im Spiegel-Forum spaltet sich die Leserschaft in zwei Gruppen: Die eine teilt die Sorge Steinmeiers, die andere hält die verstärkte Nato-Präsenz für erforderlich. Tvnet.lv zitierte die Sätze des sozialdemokratischen Politikers. Die Meinung der lettischen Leserschaft ist weitgehend einhellig. Sie unterstellt dem deutschen Außenminister, im Sinne des Kremls zu handeln. Die Einschätzungen zu Russland spalten die Europäer. Das hat historische Gründe.

Auch deutsche Waffen sind im Baltikum zu finden, Foto: „Marder1A3.5“ von Paula Guzman, 7th ATC Public Affairs - http://www.hqjmtc.army.mil, http://www.hqjmtc.army.mil/feature/bwtrain/. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

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Lettland: Ärzte und Pfleger emigrieren, Patienten bleiben unbehandelt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 01. Juni 2016 um 00:00 Uhr

Ärzteorganisation sieht das lettische Gesundheitssystem kurz vor dem Zusammenbruch

Medizin, Gustav KlimtIn der EU-Charta der Grundrechte heißt es paradiesisch: „Die Völker Europas sind entschlossen, auf der Grundlage gemeinsamer Werte eine friedliche Zukunft zu teilen, indem sie sich zu einer immer engeren Union verbinden. In dem Bewusstsein ihres geistig-religiösen und sittlichen Erbes gründet sich die Union auf die unteilbaren und universellen Werte der Würde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität.“ - Die Realität ist eine andere. Auf dem Arbeitsmarkt organisieren die EU und die Regierungen ihrer Mitgliedstaaten beinharte Konkurrenz zwischen Nationen und einzelnen Arbeitnehmern. Für die Gesundheitsversorgung wirtschaftlich benachteiligter Länder hat das schlimme Folgen. Die sogenannte Arbeits„agentur“ in Nürnberg (die politisch weniger tendenziöse Bezeichnung „Arbeitsamt“ wäre für eine Behörde angemessener) beteiligt sich am Konkurrenzkampf um „die besten Köpfe“, wie es in der Agentursprache heißt. Dass diese „Fachkräftegewinnung aus dem Ausland“ in den Herkunftsländern neue Lücken aufreißt, ignorieren deutsche Personalvermittler. In Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegediensten ist der Bedarf nach ausländischen Mitarbeitern derart groß, dass – um im Menschenbild der Agentur zu bleiben – auch die `weniger guten Köpfe` willkommen sind: Ob bei der Vermittlung ausländischer Ärztinnen und Ärzte, Gesundheits- und Altenpflegekräfte oder Haushaltshilfen für Privathaushalte mit pflegebedürftigen Angehörigen - die deutsche Arbeitsagentur hilft gerne. So steht in der kommerzialisierten deutschen Gesundheitsversorgung dem schlecht bezahlten und überarbeiteten deutschen Pflegepersonal eine osteuropäische Reservearmee gegenüber, die unfreiwillig in die Rolle des Lohndrückers gerät. Was bedeutet dieser medizinische und pflegerische Braindrain für Lettland? Sarmīte Veide, Vorsitzende des Lettischen Verbandes der Hausärzte (LĢĀA), sieht das Gesundheitssystem ihres Landes kurz vor dem Zusammenbruch und verlangt öffentliche Aufmerksamkeit für diese „katastrophale Situation“. Am 31.5.2016 protestierte ihr Verband vor dem Ministerkabinett.

So reizvoll wie hier auf dem Gemälde von Gustav Klimt präsentiert sich die Medizin in Lettland nicht, Foto: http://www.artchive.com/artchive/k/klimt/klimt_hygeia.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=926096

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Lettland: Sozialminister Jānis Reirs unterzeichnet Istanbuler Konvention PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 19. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Debatten um das „soziale Geschlecht“

Michelina de CesareJānis Reirs hat am 18.5.2016 in Sofia die Istanbuler Konvention unterzeichnet, die 2011 von 13 Staaten beschlossen wurde. Lettland ist eines der wenigen Länder, die sich diesem „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ bislang fernhielten. Von den 47 Mitgliedstaaten der Straßburger Organisation bleiben nun noch Armenien, Aserbaidschan, Liechtenstein, Moldau und Russland, die nicht unterschrieben haben. Das lettische Kabinett stritt in den letzten Wochen über die Konvention, beschloss dann am 10.5.2016, sie zu unterzeichnen. Zwei Minister der Nationalen Allianz (NA) lehnen sie weiterhin ab. Nach Ansicht des Justizministers Dzintars Rasnačs (NA) ist das Übereinkommen nicht mit der lettischen Verfassung vereinbar. Er prophezeit, dass die Konvention von der Saeima nicht ratifiziert werde.

Die Brigantessa Michelina De Cesare, Foto: Unbekannt - http://www.viselli.it/brigantaggio.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2252499

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