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Münster, 14.8.2018
Joachim Gaucks letzter offizieller Besuch galt Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. Februar 2017 um 12:10 Uhr

Einigkeit zwischen dem deutschen und den baltischen Präsidenten

Gauck und VejonisGaucks lettischer Amtskollege Raimonds Vējonis empfing ihn am 9.2.2017 in seinem Amtssitz, der frisch renovierten Rigaer Burg. Dort fanden sich zudem die beiden Staatspräsidentinnen der Nachbarländer ein, die Litauerin Dalia Grybauskaitė und die Estin Kersti Kaljulaid. Die Runde der Staatsoberhäupter besprach die weltpolitische Lage. Am Nachmittag widmete sich der ehemalige evangelisch-lutherische Pastor aus Rostock dem Lutherjahr. Riga war eine der ersten Städte, die reformiert wurden. Andreas Knöpken, ein Anhänger Luthers, predigte in der Rigaer Petrikirche bereits 1522 im protestantischen Sinne. Am Nachmittag besuchte Gauck diese Kirche und nahm an der Umbenennung ihres Vorplatzes in „Reformationsplatz“ teil. Der Fall eines Lüsters aus der Decke der Rigaer Ordensburg sorgte für weiteres Aufsehen.

Gauck und Vējonis vor der Petrikirche in Riga, Foto: Toms Kalniņš, Latvijas Valsts prezidenta kanceleja

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2025 soll die Rail Baltica eröffnet werden PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 27. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Das Baltikum in viereinhalb Bahn-Stunden

Karte Rail BalticaVieles trennt und spaltet derzeit in der EU. Doch es gibt auch Pläne für neue Verbindungen, für mehr Kontakte zwischen den östlichen und westlichen Bürgern des viel gescholtenen Brüsseler Staatenbundes. Ein solches Vorhaben ist die Rail Baltica, die Schnellbahn, die zukünftig von den baltischen Metropolen über Warschau nach Berlin führen soll. Die EU würde 80 Prozent der 728 Kilometer langen baltischen Trasse finanzieren. Der Druck, rechtzeitig Brüsseler Fördergelder zu erhalten, zwingt zur Zusammenarbeit. Die Regierungschefs Lettlands, Estlands und Litauens werden voraussichtlich am 31.1.2017 in Tallinn einen weiteren Kooperationsvertrag unterschreiben. In den letzten Wochen blieb unklar, ob auch die neue litauische Regierung zur Unterschrift bereit ist.

Die Rail-Baltica, ursprünglich war die Einbeziehung der Städte Tartu und Vilnius geplant, Foto: By Ministry of Transport and Communication of the Republic of Latvia, Attribution, Saite

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Flüchtlinge kehren enttäuscht nach Lettland zurück PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 09. Dezember 2016 um 11:51 Uhr
Mucenieki„`Wie denken Sie über Deutschland?`
Was die Leute alles von mir wissen wollen!
`Nach Deutschland mag ich auch nicht gehen.`
`Warum, Deutschland ist doch ein recht hübsches Land (...)`
`Nein, ich mag die Deutschen nicht. Wenn ihnen die Rechnungen vorgelegt werden, dann sind sie die Entsetzten, und wenn sie die Rechnungen nicht bezahlen können, dann sind sie die Besetzten.` (…) Da könnte ich nie die unterste Schicht der Mittelklasse erklimmen und ein wertvolles Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden`“
B. Traven: Das Totenschiff
Der lettische Ort Mucenieki, wo sich eine Unterkunft
für Asylbewerber befindet, Foto: Saite

Kein Erbarmen im Hippie-Staat Deutschland

Die lettischen Behörden hatten 23 Flüchtlingen Anfang des Jahres genehmigt, in der Baltenrepublik bleiben zu dürfen. Sie waren aus den Kriegsgebieten in Syrien oder Irak oder vor der Diktatur in Eritrea geflohen, waren in den Aufnahmelagern Italiens und Griechenlands gestrandet und wurden nun im Rahmen eines EU-Verteilungsabkommens nach Lettland gebracht. Im September machten sie Schlagzeilen: Fast alle hatten sich auf den Weg nach Eiropas bagātākā valsts, Europas reichstem Land, Deutschland, gemacht, später auch das letzte Pärchen, das damals noch von lettischen Journalisten befragt wurde. Die lettischen Unterstützungszahlungen erwiesen sich als derart dürftig, dass die Lettland Zugewiesenen nicht einmal eine bescheidene Unterkunft anmieten konnten (Die LP berichtete darüber). Da schien Deutschland die letzte Rettung. Schließlich gilt es wegen seiner Flüchtlingspolitik neuerdings als mitfühlender „Hippie-Staat“, der einem britischen Politologen unheimlich ist. Und die Botschaften des deutschen Journalismus, z.B. „Deutschland ging es noch nie so gut wie heute“ von welt.de, kommen via Internet, in anderen Sprachen verbreitet, auch in ferne Länder an, auch in Afrika, auch im Nahen Osten und auch in den Kriegsgebieten, in denen sich deutsche Waffen befinden. Das Kleingeschriebene, nämlich, dass es zwar der Wirtschaft Deutschlands gut geht, aber längst nicht allen seinen Einwohnern, verschwindet auf der Datenautobahn zwischen Berlin und Mossul. Nun melden lettische Internet-Portale: Diese Flüchtlinge, die Hilfe von den Deutschen erhofften, kehren frustriert nach Lettland zurück. Die deutschen Behörden verweigerten ihnen jegliche Unterstützung.

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