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Münster, 19.6.2018
4. Mai in Lettland: Feiern und deutliche Worte zum Nationalfeiertag PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 21:04 Uhr

Blumenmeer am Freiheitsdenkmal in RigaTrotz des trüben Himmels ließen sich Lettinnen und Letten ihren 4. Mai nicht vermiesen: Im ganzen Land feierten sie diesen Tag mit Konzerten, Gottesdiensten und Ansprachen. In Riga trafen sich die Saeima-Abgeordneten zur Festsitzung in der Oper, Bürger legten am Freiheitsdenkmal Blumen nieder und noch bis in die Nacht sangen sie am Ufer der Daugava traditionelle Lieder. Ende der 80er Jahre hatten Volksfront-Abgeordnete die Mehrheit im Obersten Rat der Sozialistischen Sowjetrepublik Lettland errungen. Die Parlamentarier beschlossen am 4.5.1990, die nationale Unabhängigkeit wieder herzustellen. Dies war ein mutiger Schritt und ein bewegender Augenblick, der für alle Zeitzeugen unvergesslich bleiben wird. Nach dieser Abstimmung folgten ungewisse Zeiten. Im Januar 91 versuchten Sowjets, den alten Zustand in Riga gewaltsam wiederherzustellen. Die Spezialeinheit OMON besetzte das Zentrum der lettischen Hauptstadt. Ihre Schüsse brachten fünf Menschen den Tod. Doch die Letten schützten ihr Parlament mit Barrikaden und Liedern. Sie siegten schließlich als `singende Revolutionäre`. Der 4. Mai ist neben dem 18. November der wichtigste Nationalfeiertag des Landes. Doch im Gegensatz zu 1918 betrachten Letten 1990 nicht als ein Jahr der Staatsgründung: Nur ein völkerrechtswidriger Zustand, nämlich die Okkupation ihres Landes durch die UdSSR, wurde nach einem halben Jahrhundert beendet. Regierungschef Valdis Dombrovskis hielt passend zur eisheiligen Kälte keine Schönwetterrede, sondern fand für die politische und wirtschaftliche Lage deutliche Worte. Dabei begann er schon mal mit dem Wahlkampf.

 

"Für Vaterland und Freiheit" lautet die Inschrift auf dem Nationaldenkmal, Foto: UB

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Februar 2011 um 21:54 Uhr
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Lettische Parlamentarier verweigern dem Generalstaatsanwalt Janis Maizitis die Wiederwahl PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 24. April 2010 um 10:34 Uhr
Eingang zum lettischen Parlament in RigaInnenpolitisch sorgten im April launische Parlamentarier dafür, dass sie weiteres Vertrauen bei den Wählern einbüßen. Am 15.4. stand die dritte Amtsperiode des Generalstaatsanwalts Jānis Maizītis zur Debatte. Das Ergebnis der geheimen Abstimmung in der Saeima überraschte und empörte die Journalisten und Bürger: Zuvor hatte sich die Mehrheit der Volksvertreter für eine Wahl Maizītis` ausgesprochen, doch dann entschieden sich nur 45 für ihn und 47 Abgeordnete gegen ihn. Nun stellten sich manche Beobachter die Frage, ob man Parlamentarier unter Druck setzen darf und ob Behauptungen in der Art von `Unsere Fraktion wird sich für Maizītis entscheiden` sich mit Gewissensfreiheit und geheimer Abstimmung vereinbaren lassen.
Die lettischen Wähler begegnen den Abgeordneten dieses Hauses häufig mit Skepsis, Foto: UB
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Februar 2011 um 21:58 Uhr
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Lettische Schlagzeilen im Zeichen des Mars PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. März 2010 um 18:16 Uhr
Das lettische Freiheitsdenkmal befindet sich im Zentrum RigasDer Kampfmonat März, der seinen Namen vom römischen Kriegsgott `Mars` ableitet, gibt sich in europäischen Gefilden heutzutage recht zahm. Die Menschen ersehnen erstes Frühjahrsgrün herbei und hoffen, dass das Tauwetter an der Daugava ohne größere Überschwemmungen vonstatten geht. Sie verspüren wenig Lust, für Blechorden in den Kampf zu ziehen, um den alten Götzen eigenes oder fremdes Leben zu opfern. Allerdings treffen sich am 16. März Veteranen der SS-Legion und gedenken alljährlich Ereignissen, die vom Mars eher überschattet als überstrahlt wurden. In diesem Jahr ließen sich lettische Legionfans und russische Antifaschisten aber nicht von kriegerischen Mächten anstacheln und trugen ihre Debatten weitgehend demokratisch und friedlich aus. Also eigentlich keine besonderen Vorkommnisse im demokratischen lettischen Rechtsstaat, in dem der Bürger gegensätzliche Meinungen ertragen muss. Die internationale Berichterstattung über diesen zweifellos problematischen Gedenktag selbst ist ein Problem, über das gestritten werden müsste. Statt differenzierte Informationen blühen in manchen Artikeln die Stereotypen und Halbwahrheiten. Manche Tolle westeuropäischer und russischer Journalisten scheint auf Skandal gebürstet und sträubt sich anscheinend davor, sich mit der lettischen Geschichte ernsthaft zu beschäftigen. Doch der Leser findet im Internet auch sorgfältig recherchierte Gegenbeispiele. Kämpferisch gibt sich derzeit die lettische Tautas partija (TP), die nur ihrem Namen nach eine “Volkspartei” ist: Sie gilt eher als Partei des Geldes. Ihr Vorsitzender ist der Oligarch Andris Šķēle. Die TP-Abgeordneten müssen fürchten, nach den Parlamentswahlen im Herbst ihre Sitze zu verlieren. Es ist keineswegs sicher, ob die TP die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird. Am 17. März haben ihre vier Minister die Regierung verlassen. Premier Valdis Dombrovskis muss nun mit einem Minderheitskabinett weitermachen. Doch auch diese Meldung erscheint, das sei unjournalistisch zugegeben, aufsehenerregender als sie ist.
 
Zum lettischen Freiheitsdenkmal ziehen alljährlich am 16. März die lettischen Legionäre, Foto: UB
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