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Münster, 16.10.2018
Lettische Regierung organisiert die Verarmung ihrer Bevölkerung PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 05. Juli 2009 um 12:05 Uhr
Die Regierung Lettlands gleicht derzeit einer Insolvenzverwaltung, eingesetzt vom Internationalen WährungsfondsParex-Banka in Riga (IWF) und der Europäischen Union. Nach den Kommunal- und Europawahlen am 6. Juni verkündete das Kabinett unter Führung des jugendlichen Premiers Valdis Dombrovskis, im laufenden Haushaltsjahr müssten über die bereits umgesetzten Kürzungen hinaus weitere 500 Millionen Lats (719 Millionen Euro) eingespart werden. Zehn Tage später gab die Regierungsmehrheit in der Saeima, dem Parlament, grünes Licht für dieses Vorhaben. Damit sollen unter anderem Lehrergehälter abermals abgesenkt und weitere staatliche Institutionen geschlossen werden. Besonders hart trifft es arbeitende Rentner: Sie verlieren 70 Prozent ihrer Altersbezüge. Die Verantwortlichen stellen ihre immer drastischeren Sparpläne als alternativlos dar, andernfalls drohe “Staatsbankrott” oder gar das Ende der kleinen Ostseerepublik. Die rigorose Sparpolitik erzeugt allerdings wachsenden Unmut. Der soziale und wirtschaftliche Niedergang erfolgt so rasch, dass die Demonstranten mit ihren Gegenforderungen kaum nachkommen.
Symbol für die Finanz- und Wirtschaftskrise in Lettland: Die inzwischen verstaatlichte Parex-Bank. Photo: Udo Bongartz
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. September 2013 um 11:17 Uhr
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Rigenser straften aggressiven Wahlkampf der Nationalkonservativen ab PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Montag, den 08. Juni 2009 um 14:10 Uhr
Die lettischen Bürger wählten am 6. Juni 2009 die neun Abgeordneten für das Europaparlament und ihre VertreterTB-Wahlplakat 2009 in den Stadt- und Gemeindeparlamenten. Die Öffentlichkeit interessierte sich besonders für die Frage, wer in Zukunft die Hauptstadt Riga regiert. Hier versuchten die Spitzenkandidaten mit zahlreichen Wahlplakaten, sich als Bürgermeister zu empfehlen. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke wurde Saskaņas centrs (SC; Zentrum der Eintracht) mit 33,40 Prozent stärkste Partei, gefolgt von der Pilsoniskā savienība (PS; Bürgerliche Union) mit 18,82 Prozent und dem Parteienbündnis Latvijas Pirmā partija / Latvijas Ceļš (LPP/LC; Lettlands Erste Partei / Lettlands Weg) mit 15,13 Prozent (Stand: 8. Juni).
"Nicht-Letten - 57,75%, Letten - 42,25%". Die Zahlen auf diesem Wahlplakat der Liste Für Vaterland und Freiheit / Bewegung für die nationale Unabhängigkeit Lettlands schlüsseln die Einwohner Rigas ethnisch auf.
Photo: Udo Bongartz
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. Januar 2011 um 11:07 Uhr
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Lettland spart an der staatlichen Gesundheitsversorgung - die Weltbank findet dies "exzellent" PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Montag, den 04. Mai 2009 um 16:11 Uhr
April-Sonnenbad in RigaDie Klimakatastrophe hat auch ihre sonnigen Seiten: Bei Rekordtemperaturen über 25 Grad flanierten Ende April die Rigenser im Grüngürtel zwischen  Altstadt und Jugendstilviertel. Manche nahmen bereits am Ufer des Stadtkanals das erste Sonnenbad. Zumindest die Natur sorgt noch für ‚blühende Landschaften’. Die Siege der lettischen Eishockeymannschaft über Schweden und Österreich bereiten ebenfalls Hochstimmung. Die wirtschaftliche und soziale Lage ist weitaus weniger berauschend. Finanzminister Einars Repše reiste vergangene Woche nach Washington, um mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verhandeln. Diese Institution, in der die größten Einzahler, die westlichen Industrienationen, die Mehrheit haben, hat Lettland einen Milliardenkredit zugesichert. Doch die IWF-Experten verlangen eine drastische Sparpolitik. Die lettische Regierung möchte erreichen, dass sie die Neuverschuldung von fünf auf sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhen darf. Bislang soll Lettland die staatlichen Ausgaben um 40 Prozent kürzen, doch selbst bei einer Lockerung dieser Sparpolitik bliebe die Lage angespannt. Premier Valdis Dombrovskis und seine Minister verordnen den staatlichen Sektoren Verwaltung, Gesundheit und Bildung weiterhin drastische Kürzungen. Stets drohen neue Hiobsmeldungen. Letzte Woche wurde bekannt, dass im Herbst 2000 Lehrer ihre Arbeit verlieren. Der lettische Gesundheitsminister und die Weltbank, die Schwesterorganisation des IWF,  sorgen derzeit für weitere Skepsis.
Zumindest den Sonnenschein gibt es in Lettland noch umsonst: April-Idylle am Stadtkanal in Riga. Foto: Udo Bongartz
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. August 2016 um 19:00 Uhr
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