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Münster, 23.3.2017
Russische Sanktionen: Lettische Milchbauern sind über EU-Hilfe enttäuscht PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 22. November 2014 um 00:00 Uhr

Euter wird gemolkenFallende Milchpreise, kaum Verdienst, Ärger mit den Banken und Kühe, die versorgt werden wollen. Das sind die Folgen des Lebensmittel-Embargos, das die russische Regierung im August als Reaktion auf EU-Sanktionen gegen westliche Staaten verhängte. Die baltischen Milchproduzenten haben einen wichtigen Exportmarkt verloren. Lettische Bauern dürfen Milch und Käse nicht mehr nach Russland liefern. Unfreiwillig tragen sie ihr Scherflein zur eu-weiten Deflationsgefahr bei: Statt 30 Cent wie im letzten Sommer erhalten sie in den Molkereien derzeit nur noch 17 Cent pro Liter. Ihr Einkommen habe sich um 40 Prozent verringert, sagte Ieva Rutkovska, Vertreterin der Agrarwirtschaft, am 13.11.2014 der Tageszeitung Diena. Oftmals deckt der Verkaufspreis nicht mal die Betriebskosten. Die Bauern hoffen auf finanzielle Hilfen. Sie erwägen bereits, ihren Viehbestand zu verringern, halten aber auch nach neuen Absatzmärkten Ausschau, sogar Afrika ist im Gespräch. Anfang November bewilligte Laimdota Straujumas Kabinett fast 8 Millionen Euro für die Milchwirtschaft. Doch das reicht nicht, die Verluste sind weitaus größer. Am 18.11.2014 versprach der neue Agrarkommissar Phil Hogan den lettischen Milchbauern 7,7 Millionen Euro. Die hiesige Agrarlobby reagierte enttäuscht. Hogans Vorgänger Dacian Cioloş hatte, als er im September Riga besuchte, 20 Millionen angekündigt.

Melken für die Katz? Foto: JH auf Wikimedia Commons

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EU-Parlamentspräsident Martin Schulz weist die lettische Abgeordnete Tatjana Ždanoka zurecht PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 26. September 2014 um 15:47 Uhr

Porträt Martin SchulzŽdanoka gilt als Vertreterin der russischsprachigen Minderheit in Lettland. Im Ukraine-Konflikt unterstützt sie die Position der russischen Regierung - zum Missfallen der lettischen Mehrheitsgesellschaft. Am 26.9.14 veröffentlichte lsm.lv, die gemeinsame Webseite des Lettischen Radios und Fernsehens, Schulz` Beschwerdebrief vom 17.9.14. Darin kritisiert der Parlamentspräsident die lettische Abgeordnete scharf. Anlass ist ihr Besuch auf der Krim am 12.8.14, bei dem sie sich nicht im Sinne der Staatengemeinschaft geäußert habe. Ihre dortigen Stellungnahmen seien "extrem unangemessen" und schädlich für das "Image und die Glaubwürdigkeit jener Institution" gewesen, deren Mitglied Ždanoka ist. Sie habe dafür kein Mandat. Ihre Bemerkungen zum Krim-Status stünden im eklatanten Widerspruch zur EU-Position, insbesondere zu der vom Parlament verabschiedeten Resolution.

Martin Schulz, Foto: Ralf Roletschek auf Wikimedia Commons, Lizenz

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Lettland: Rätselraten um Investoren und Preis - US-Holding Ripplewood will sich an der Citadele-Bank beteiligen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 19. September 2014 um 00:00 Uhr

Neue Citadele-Zentrale hinter BaumästenDer Name „Parex“, unter dem Waleri Kargin und Wiktor Krassowizki ihre Bank als ganz großen Mitspieler an den Finanzmärkten platzieren wollten, erwies sich ab Herbst 2008 als ein Unwort der lettischen Volkswirtschaft. Die größte Bank in lettischem Privatbesitz hatte sich mit Immobilien- und Wertpapiergeschäften verspekuliert. Kurz nach der Lehman-Pleite hielt die damalige Regierung die bankrotte Parex-Bank für systemrelevant. Ihr Erhalt erforderte nicht nur hunderte Millionen Lats vom lettischen Steuerzahler. Lettland geriet selbst in Verdacht der Zahlungsunfähigkeit und musste schließlich einen 7,5-Milliarden-Kredit von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF), Schweden und Dänemark beanspruchen. Fortan diktierten Manager des IWF und der Weltbank die Kürzung des lettischen Staatshaushalts – mit denen in der LP oftmals beschriebenen Folgen. Die Parex-Krone verschwand von den roten Reklameschildern. Die Krisenverwalter nennen den „guten“, also profitablen Teil der Geschäftsbank seit 2010 „Citadele Banka“, den „schlechten“, also hoffnungslos verschuldeten Teil, seit 2012 „Reverta“. Letztere wird wohl noch lange den Steuernzahlern treu bleiben. Laut Nachrichtenagentur LETA schuldet die Reverta dem Staat derzeit 759,3 Millionen Euro. Die Citadele begnügt sich hingegen mit 174,2 Millionen und erwirtschaftet inzwischen wieder Gewinn. Immerhin vermochten die Parex-Krisenmanager fast die Hälfte der staatlichen Rettungszahlungen wieder einzutreiben. 2009 erreichten sie den Höchststand von 1,734 Milliarden Euro, diese Summe hat sich bis Ende August 2014 auf 933,5 Millionen verringert. In Zeiten, wo die Machenschaften der Privatbanken ins Gerede gekommen sind, könnte die Citadele eigentlich eine solide Staatsbank bleiben. Doch die EU-Kommission besteht auf ihren Verkauf bis zum 30.9.2014 – vier Tage vor der lettischen Parlamentswahl. Daher begab sich die lettische Regierung im letzten Jahr auf eine umstrittene Käufersuche. Sie wählte den US-Finanzinvestor Ripplewood. In Deutschland hat dieses Unternehmen schon für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt.

Die neue Citadele-Zentrale in Riga, Foto: LP

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