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Münster, 26.4.2017
Volksbund-Aktivitäten in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 06. August 2016 um 00:00 Uhr

Soldatenfriedhof von Kalnciems instandgesetzt

Kreuze des Soldatenfriedhofs in KalnciemsSüdlich von Jūrmala, am Fluss Lielupe (deutschbaltisch: Kurländische Aa), befindet sich die evangelische Kirche von Kalnciems-Klīve (Klivenhof). In der idyllischen Gegend erinnern die Kreuze des anliegenden Kirchhofs an Lettlands blutige Geschichte: Hier kämpften im Ersten Weltkrieg Deutsche gegen Letten und Russen. Der Kampf um Kurland kostete Tausenden das Leben. Der Friedhof von Klivenhof wurde 380 Soldaten der Reichs- und Landeswehr sowie 51 Soldaten der russischen Armee zur letzten Ruhestätte. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. kümmern sich um den Erhalt und die Instandsetzung der Gedenkstätte.

Kreuze des Soldatenfriedhofs in Kalnciems, Foto: Jochen Droste

 

Viel zu tun für die deutschen Helfer

Dace Kaņepone, die Vertreterin des Kreises Jelgava, begrüßt auf diena.lv das Engagement der Deutschen. Den örtlichen Gemeinden fehlten nicht selten die Mittel, um die alten Gräber zu pflegen. Seit 1993 kommen regelmäßig Freiwillige aus Deutschland, um diese Arbeit zu übernehmen. Jochen Droste ist seit 2003 Reservistenbeauftragter des Volksbundes und leitet seit 2007 ehrenamtlich solche Workcamps. Im Juni 2016 betreute er zum dritten Mal die Gräberpflege in Lettland. 25 freiwillige Helfer nahmen teil, Senioren, die aus unterschiedlichen Berufsgruppen kommen, Rechtsanwälte, Handwerker und Ärzte sind darunter. Sie hatten zwei Wochen lang eine Menge Arbeit zu verrichten: 269 Kreuze wurden zunächst vermessen, dann abgenommen, repariert und neu beschriftet. Mit einem Mini-Bagger wurden 17 Reihen ausgehoben und mit Streifenfundamenten umrandet. Die Helfer installierten darauf die Kreuze in festem Beton. Danach glichen sie die Unebenheiten des Geländes mit überschüssigem Boden aus. Zuletzt wurde auf der etwa 900 Quadratmeter großen Fläche neuer Rasen gesät.

Workcamp-Aktivisten bei der Arbeit

Die Freiwilligen des Workcamps bei der Arbeit, Foto: Jochen Droste


Hinterlassenschaften eines unerbittlichen Schlachtfeldes

In Lettland ist der Volksbund schon seit Jahrzehnten aktiv. Die mittlere Baltenrepublik war in beiden Weltkriegen ein unerbittliches Schlachtfeld. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe haben deutsche Freiwillige wieder hergerichtet. Diese Arbeit dient nicht nur dem allgemeinen Zweck, vor dem Krieg zu mahnen. Viele Angehörige stellen Anfragen an den Volksbund, um die letzte Ruhestätte von Soldaten zu erkunden. Jochen Droste sagt, dass manche noch Auskunft über Gefallene des Ersten Weltkriegs wünschen, zumal sich dieser zum 100. Mal jährt. In diesem Zusammenhang weist er auf den Zweck seiner Organisation hin, die 1919 gegründet wurde: "Mit der Instandsetzung der Kriegsgräberstätten kommt der Volksbund einmal seiner satzungsgemäßen Aufgabe und zum anderen der Genfer Konvention nach, die dazu verpflichtet, sich um die Gräber seiner gefallenen Soldaten zu kümmern." Doch der Volksbund pflegt nicht nur die Gräber der eigenen Soldaten: "Er kümmert sich selbstverständlich auch um die Gräber von Soldaten anderer Nationen, wenn sie auf einem Friedhof des Volksbundes ihre letzte Ruhe gefunden haben." Die Deutschen arbeiteten gut mit dem Komitee des Brüderfriedhofs zusammen und auch die Reaktionen der Bevölkerung vor Ort seien positiv. Wer weiteres über die Volksbund-Workcamps erfahren möchte, kann sich auf volksbund.de informieren.

 

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