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Münster, 30.4.2017
Baltische Studien in Münster: Ein neues Angebot für Studierende und Wissenschaftler PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Montag, den 31. Oktober 2011 um 07:13 Uhr

Lettisches Centrum MünsterAm 19. Oktober 2011 trafen sich Vertreter des Lettischen Centrums Münster (LCM) mit der Lettischen Gemeinschaft und dem Institut für Interdisziplinäre Baltische Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität im Münsteraner Kreiskirchenamt. Sie unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Pfarrer Geert Franzenburg, der Osteuropabeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises, hatte diese zukünftige Zusammenarbeit angeregt. Er ist auch Vorstandsmitglied des LCM. Ziel ist es, die Baltischen Studien in der Westfalenmetropole voranzubringen. In Münster organisierten Exilletten bis 1998 das Lettische Gymnasium. Aus diesem ging das LCM hervor. Ein Schwerpunkt des Centrums bildet die Entwicklung interkultureller Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland. Dazu gehört auch die Erinnerung an historische Gemeinsamkeiten. Zu den Möglichkeiten, die der Kooperationsvertrag bietet, interviewte die LP Geert Franzenburg.

Das Lettische Centrum Münster ist auch eine Forschungsstätte, Foto: LCM

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Flughafenverein München e.V. leistet Hilfe in Lettland PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 05. Juni 2011 um 11:48 Uhr

Wohnsilo ZiepniekkalnsArm ist man im Vergleich zu anderen, die wohlhabender sind. Für die Näherin in Bangladesch bedeutet die graue lettische Plattenbau-Wohnung mit Heizung, Bad und WC schon unerschwinglicher Luxus. Andererseits hausen viele Anrainer des Rigaer Meerbusens kaum schwelgerischer als ein deutscher Hartz-4-Empfänger. Ihre engen Wohnungen sind noch mit sowjetischem Charme möbliert, das übereilt angeschaffte schicke Geländefahrzeug der Boomjahre ist längst wieder verkauft. Der lettische Wohlstands- und Modernisierungsverlierer hat es sogleich schwerer und leichter als der deutsche Habenichts. Zwar fällt er noch tiefer, es geht um sein Leben, wenn das Geld nicht reicht, die Arztrechnung und die Medikamente zu bezahlen. Aber es ist zugleich angenehmer, arm in einem ärmeren Land zu sein. Dann isoliert die Bedürftigkeit nicht. Die Statussymbole, mit denen die deutsche Mittelschicht protzt, sind weniger verbreitet, man muss sie nicht haben, um dazu zu gehören. Niemand erwartet von einem lettischen Lehrer, in puncto Einrichtung und Motorisierung auf dem letzten Stand zu sein. Kein Erwerbsloser muss fürchten, von seinem vermögenderen Freundeskreis zum nächsten teuren Trinkabend in eine Kneipe geladen zu werden. Man trifft sich (illegalerweise) auf der Rasenfläche zwischen den Wohnsilos aus Beton, bequemt sich auf einer Holzbank und lässt die braune Zwei-Liter-Plastik-Bierflasche vom Discounter kreisen. Das ist auch gemütlich und mutet so beschaulich an, als würde Ivan Rebroff als Milchmann Tevje “Wenn ich einmal reich wär” singen. Diese Idylle trügt natürlich und das Leben der Armen ist riskant wie das des Fiedlers auf dem Dach. Zum Glück sehen empfindsame Menschen noch die Gefahr, schlagen Alarm und helfen, um den tödlichen Sturz zu vermeiden. Wenig beschaulich ist es zum Beispiel, wenn in lettischen Altenheimen die Insassen im Bett bleiben müssen, weil das Geld für Rollstühle fehlt, Schüler deshalb keinen Bock auf Hausaufgaben haben, weil sie sich Hefte und Stifte nicht leisten können und die Mütter kaum Zeit für ihre Betreuung finden, weil die Waschmaschine fehlt und der Wäscheberg wie zu Urgroßmutters Zeiten noch per Hand erledigt sein will. Hardy Kortmann und seine Kollegen, die auf dem Münchener Flughafen beschäftigt sind, haben die lettischen Sorgen vernommen und reagiert. Ihr gemeinnütziger Flughafenverein kümmert sich zum wiederholten Male um lettische Bürger. Anfang Juni beluden die Münchener einen 40-Tonner mit Hilfsgütern, um bedürftige Familien in der ostlettischen Stadt Jēkabpils zu versorgen. Kortmann, der selbst lettische Vorfahren hat, pflegt Kontakte nach Norddeutschland und motivierte seinen dortigen Gesinnungsfreund Hermann Schlesinger, sich an der Aktion zu beteiligen. So startete eine zweite Hilfslieferung aus Cuxhaven.

Wohnfassaden im Rigaer Stadtteil Ziepniekkalns - was auf den einen betrüblich wirkt, bedeutet für den anderen bereits unerschwinglicher Luxus, Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Juli 2015 um 12:43 Uhr
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"Deutschland-Liste": 334 Letten finden Goethe bedeutend, Angela Merkel, Albert Einstein und Martin Luther aber auch – selbst den Gröfaz irgendwie PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 07. Mai 2011 um 00:00 Uhr

Deutschland_TorteAm allgemeinen Ranking-Fieber mag nicht jeder gefallen finden. Zuweilen scheinen Wettbewerb und Tabellenrang wichtiger als die Sache, um die es geht. Die Bewertungskriterien sind häufig rätselhaft, Hauptsache: Top of the Pops. Und in Fragen wie "Wer ist für sie der bedeutendste Deutsche?" mischen sich gewiss Klischees, denn was bedeutet denn "bedeutend" überhaupt? Zehn Fragen stellte das Goethe-Institut Europäern aus 18 Ländern. Über 13.000 Menschen beteiligten sich an der Online-Umfrage zur Erstellung einer "Deutschland-Liste". Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor, aber die Resultate der Letten, Litauer und Esten sind auf der Webseite des Instituts schon zu betrachten. Auch den Ranking-Skeptikern könnte diese Online-Umfrage etwas zu bieten haben. An den verschiedenen Nennungen und Rangfolgen lassen sich die interkulturellen Unterschiede ablesen: Was an den Deutschen gefällt oder nicht gefällt, hängt von der kulturellen Prägung des Bewertenden ab. Der Deutsche, den die Letten für den Bedeutendsten halten, entspricht dem Namen des Instituts, das die Fragen entwickelte. An Manipulation ist dabei aber nicht zu denken: Lettische Literaturhistoriker kennen den Grund, warum Letten Goethe schnell in den Sinn kommt.

"O! Vacija - O! Deutschland"-Torte im Goethe-Institut in Riga. Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Oktober 2013 um 07:02 Uhr
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