logo
Münster, 16.12.2019
Lettland: Großrazzia auf dem Rigaer Zentralmarkt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. November 2019 um 00:00 Uhr

Zigaretten für 50 Cent, steuerfrei

Rigas ZentralmarktIn vielen Hauptstädten der Welt werden die wichtigsten Plätze umgebaut. Die Fremdenführer erzählen: `Hier war mal der Markt!` In Riga ist er immer noch da! Mitten in der Stadt, am Fluss Daugava,“ schreibt Rigas Stadt-PR (liveriga.com). Die fünf großen Hallen des Rigaer Zentralmarkts sind ein Touristenmagnet, ihre Gewölbe zieren so manche Broschüre. Die Rahmenkonstruktionen der 240 Meter langen und etwa 20 Meter hohen Hallen stammten vom 180 Kilometer entfernten Vainode in Kurland. In der Zeit des Ersten Weltkriegs hatte die deutsche Reichswehr das westlettische Gebiet besetzt und in Vainode einen Flugplatz mit Hangaren für Luftschiffe errichtet. Mit solchen `Dirigeables` bombardierten die Deutschen russische Gebiete. In den 20er Jahren ließ Stadtarchitekt Pavils Dreijmanis diese Kriegs-Hinterlassenschaft nach Riga überführen. Seine Bauarbeiter benötigten sechs Millionen Ziegelsteine, 2.460 Tonnen Stahl und 60.000 Fass Zement, um aus den luftigen Zeppelingaragen die damals größten und modernsten Markthallen Europas zu formen. Trotz ihrer Größe können sie nicht die gesamte Ware fassen, die zwischen der Maskava-, Gogola- und Turgeneva-iela gehandelt wird. Rundherum finden sich Stände und Verkaufsbuden, die Kleidung, Schuhe, Blumen, Haushaltswaren und vieles weitere anbieten – darunter Illegales, wie eine Aufsehen erregende Großrazzia nun Mitte November ergab. Polizisten, unter ihnen Spezialkräfte der Antiterror-Einheit Omega, hatten 89 Orte auf dem Marktgelände und anderen Stätten Rigas durchsucht. Sie erwischten zwölf Personen beim Verkauf von Schmuggelware: Über 8000 Zigaretten ohne Steuerzeichen, sechs Schusswaffen und 249 nachladbare Teile, also Munition. Die Schmuggel-Buden, die als Textilgeschäfte getarnt waren, befanden sich auf dem Gelände, das der Vorstand des städtischen Zentralmarkts an eine Privatfirma verpachtet hat.

Rigas Zentralmarkt, Foto: Benutzer: Brunswyk, CC BY-SA 3.0, Link

Weiterlesen...
 
Attentäter von Halle nutzte die Internetseite eines Letten: meguca.org PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. November 2019 um 12:59 Uhr

Rechtsextremisten haben in unbeaufsichtigten Webforen leichtes Spiel

Synagoge von HalleViele haben die Bilder der Massenmedien vom 9. Oktober 2019 noch vor Augen: Am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versuchte ein Rechtsextremist in der Stadt Halle an der Saale die Zufahrtstür einer Synagoge aufzusprengen, um mit vier selbst gebauten Schusswaffen bewaffnet in das Gotteshaus einzudringen, „um möglichst viele Personen jüdischen Glaubens [zu] töten.“ (generalbundesanwalt.de) Doch das verriegelte Tor hielt dem selbst gebastelten Sprengstoff stand und wurde so zur Rettung der 51 Versammelten.

Links im Hintergrund die Synagoge von Halle; im Vordergrund der Eingang zum Jüdischen Friedhof, Foto: Allexkoch - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Weiterlesen...
 
Lettische Tierschutzaktivisten von „Dzivnieku briviba“ filmten die Zustände beim Eierproduzenten „Balticovo“ PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 17. April 2019 um 00:00 Uhr

Das industrialisierte Ei für fröhliche Ostern – Hauptsache billig und bunt

Ostereier„Die Hühnerhaltung in Käfigen in den Geflügelfarmen ist eine der grausamsten Formen moderner industrialisierter Agrarwirtschaft. Die Eier, die von Hennen in Gefangenschaft gelegt werden, sind ein unethisches Produkt, das im Gegensatz zu den Werten unserer Gesellschaft steht. Den Hennen in den Käfigen werden ihre natürliche Umgebung und ein artgerechtes Verhalten verweigert. Die Tiere bringen den Tag stehend auf einem Metallrost zu, eingepfercht inmitten von Lärm und Schmutz. Die Hennen haben keine Möglichkeit, sich normal zu bewegen oder ihre Flügel auszustrecken. Sie sehen niemals das Tageslicht und haben nie auf einem soliden Grund gestanden,“ dieses Fazit zog Aivars Andersons, der Vorsitzende der lettischen Tierschutzorganisation „Dzivnieku briviba“ (Freiheit der Tiere) angesichts der beobachteten Missstände beim lettischen Eierproduzenten „Balticovo“ (dzivniekubriviba.lv). Im September 2016 hatten Andersons` Mitstreiter die Balticovo-Legebatterien in Iecava, Madona und Daugavpils heimgesucht und dort das qualvolle Leben und Sterben der Tiere heimlich gefilmt. Mehrere lettische Webportale publizierten das Filmmaterial (z.B. nra.lv oder lsm.lv). Inzwischen will Balticovo, der größte baltische Eierproduzent, mit Bodenhaltung neue Märkte erobern. Die Tierschützer vernetzen sich und fordern ein eu-weites Verbot der Käfighaltung.

Bunte Ostereier, Foto: Georgi Kirichkov - Imported from the Archive Team, CC BY-SA 3.0, Link

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 9

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||