logo
Münster, 20.11.2017
Misshandlungen in lettischen Kinderheimen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. Oktober 2017 um 14:58 Uhr

Mitten in der Nacht abgeholt

Janis reirsDie Situation in den lettischen Kinderheimen habe sich entscheidend verbessert, verlautbarte Sozialminister Janis Reirs am 11. Oktober 2017 im Lettischen Radio (lsm.lv). Das hätten verschiedene Experten der Vereinten Nationen, der staatlichen Aufsicht für Kinderschutzrechte und des Sozialministeriums bestätigt. Die Verhältnisse in den Heimen für Waise und schwer Erziehbare werden nach Aussage des Politikers seit dem Jahr 2000 ständig überprüft. Am Anfang habe es physische Gewalt gegeben, diese sei später durch emotionale ersetzt worden. Reirs will nicht ausschließen, dass immer noch Gewalt in solchen Einrichtungen vorkommt, doch das System sei darauf ausgerichtet, solche Fälle aufzuspüren. Die öffentlichen Stellungnahmen des Ministers in dieser Sache haben einen bestimmten Grund. Im April 2017 hatten die öffentlich-rechtlichen Medien über die skandalösen Zustände in einem Kinderheim in Jelgava berichtet und der Minister bestritt damals, dass dieser Fall repräsentativ sei.

Minister Janis Reirs, Foto: Saeima - Flickr: 10.Saeimas deputāts Jānis Reirs, CC BY-SA 2.0

Weiterlesen...
 
Janis Lapins rettete Karl Huhns Grabplatte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. September 2017 um 00:00 Uhr

Grabräuber in die Flucht geschlagen

huhn, Zigeunerin mit TamburinDer Rigenser Janis Lapins beobachtete im Winter des Jahres 2005, wie Diebe versuchten, auf dem historischen Friedhof „Lilie kapi“ die Grabplatte des deutschbaltischen Malers Karl Huhn aus der Familiengruft zu stehlen. Er wagte es, die Grabschändser zu verscheuchen. Anschließend beschloss er, die Platte, die mit der Aufschrift „Erbbegräbnis Karl Huhn“ versehen ist, einzugraben, um einen weiteren Raubversuch zu vereiteln. Lapins informierte den inzwischen verstorbenen Eizens Upmanis über seine Rettungstat. Als Friedhofsverwalter war dieser der Ansicht, dass man die Platte erst mal im Boden belassen solle, bis für den Friedhof sicherere Zeiten kämen. Diese scheinen nun angebrochen und Lapins grub gemeinsam mit seinem Sohn die Platte in der Gegenwart von Journalisten aus, um sie der Rigaer Denkmalsagentur zu überreichen. Die Platte sei recht gut erhalten, nur ein Eckchen abgebrochen. Die Agentur wird sie solange aufbewahren, bis die Gruft der Familie Huhn erneuert ist.

Bild "Zigeunerin mit Tamburin" von Karl Huhn auf einer lettischen Briefmarke, Foto: Gemeinfrei
Weiterlesen...
 
Lettland: Spirituosendealer versklavten hilflose Kunden PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 03. Februar 2017 um 00:00 Uhr

Wer nicht zahlen kann, wird eingesperrt

Flschen mit AlkoholDas weiße Winterlicht erhellt durch ein betagtes Sprossenfenster einen Raum menschlichen Elends: Die ehemals weiß getünchte Wand hat rußige Flecken, der halbhoch gestrichene dunkle Lack blättert. Das Mobiliar auf dem matten Holzboden, auf dem noch einige Lackstellen glänzen, besteht aus ein paar alten Schemeln, einem Stühlchen, einem schmutzigen Gasherd, der wahrscheinlich noch in sowjetischer Zeit hergestellt wurde, einem noch älteren rostigen Küchenkohleherd, auf dem mehrere rostige Töpfe stehen. Darüber ist nachlässig eine Kordel gespannt, von der zwei schmutzige Plastikbürsten baumeln, eine von ihnen gleicht einer Klobürste. Zwischen den Kochstellen steht an der Wand ein kleiner Tisch, der mit einer blauen Plastikplane bedeckt und mit einem Ziegelstein beschwert ist. Auf ihm und dem Gasherd sind alte große und kleine Töpfe mit und ohne Deckel verteilt, die alle rostig und beschmutzt sind. Auf dem Boden und auf den Schemeln stehen größere und kleinere Glasbehälter, die teilweise mit Flüssigkeit gefüllt sind, daneben große und kleine Schüsseln oder Eimer. Alles wirkt unsauber, mit Schmutz überzogen. An den Fensterrändern hängen Gardinenreste. Diese naturalistische Regieanweisung bildet die Kulisse zu einem Sozialdrama, das sich leider in der Wirklichkeit abgespielt hat: In der Gemeinde Līvbērze bei Jelgava benutzte eine Bande einen verlassenen Kindergarten, um dort ihre „Kunden“ wie Sklaven zu halten.

Hochprozentiger Alkohol, Foto: LP

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 7

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||