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Münster, 16.12.2017
Janis Lapins rettete Karl Huhns Grabplatte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. September 2017 um 00:00 Uhr

Grabräuber in die Flucht geschlagen

huhn, Zigeunerin mit TamburinDer Rigenser Janis Lapins beobachtete im Winter des Jahres 2005, wie Diebe versuchten, auf dem historischen Friedhof „Lilie kapi“ die Grabplatte des deutschbaltischen Malers Karl Huhn aus der Familiengruft zu stehlen. Er wagte es, die Grabschändser zu verscheuchen. Anschließend beschloss er, die Platte, die mit der Aufschrift „Erbbegräbnis Karl Huhn“ versehen ist, einzugraben, um einen weiteren Raubversuch zu vereiteln. Lapins informierte den inzwischen verstorbenen Eizens Upmanis über seine Rettungstat. Als Friedhofsverwalter war dieser der Ansicht, dass man die Platte erst mal im Boden belassen solle, bis für den Friedhof sicherere Zeiten kämen. Diese scheinen nun angebrochen und Lapins grub gemeinsam mit seinem Sohn die Platte in der Gegenwart von Journalisten aus, um sie der Rigaer Denkmalsagentur zu überreichen. Die Platte sei recht gut erhalten, nur ein Eckchen abgebrochen. Die Agentur wird sie solange aufbewahren, bis die Gruft der Familie Huhn erneuert ist.

Bild "Zigeunerin mit Tamburin" von Karl Huhn auf einer lettischen Briefmarke, Foto: Gemeinfrei

Karl Huhn wurde 1831 im Dorf Madliena in der Nähe von Ogre geboren. Sein Vater war Gemeindelehrer und Organist. Karl studierte an der Petersburger Kunstakademie und gilt als Begründer der lettischen Landschaftsmalerei. In der Zeit des Realismus gestaltete er u.a. Szenen aus dem Volksleben. Er reiste 1863 nach Deutschland und Paris und nahm sich französische Historien- und Genremaler zum Vorbild. In dieser Zeit wurde er Privatlehrer der Kaiserin Eugenie, der Ehefrau Napoleons III. 1770 kehrte er nach Sankt Petersburg zurück, um an der Kunstkademie als Professor zu unterrichten. Sechs Jahre später starb er im Alter von 45 Jahren bei einem Kuraufenthalt in Davos an einer Tuberkuloseerkrankung. Huhns Werke werden in lettischen und russischen Kunstmuseen aufbewahrt.

 

 

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