logo
Münster, 24.6.2017
Münster: Drei Letten wegen Drogenhandels angeklagt PDF Druckbutton anzeigen?
Freitag, den 03. November 2006 um 12:54 Uhr
Wie Westfälische Nachrichten und Münstersche Zeitung berichten, verhandle die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Münster seit dem 27. Oktober gegen drei Letten. Die Staatsanwaltschaft werfe ihnen bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln (Heroin und Kokain) in mindestens 14 Fällen vor. Ihm Falle einer Verurteilung drohe dem Trio eine mehrjährige Haftstraße, strafmildernd könne sich vor allem ein geständiges Verhalten auswirken.

Zumindest der 33 Jahre alte mutmaßliche Chef der Bande habe sich am ersten Prozeßtag von einen entsprechenden Hinweis des Vorsitzenden Richters kaum beeindruckt gezeigt, so die beiden Blätter. In einer längeren

Einlassung habe er dargelegt, wie er und seine beiden Mitangeklagten sich zunächst Ende April wegen eines Wohnungseinbruchs in Rheine vor Gericht hätten verantworten müssen. Er selber sei zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden, während die 27 und 29 Jahre alten Komplizen aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden seien.

Anstatt in die Heimat zurückzukehren, habe es das Trio nach Münster aber verschlagen. Hier seien die Männer in einem Obdachlosenheim an der Friedrich-Ebert-Straße untergekommen und hätten schnell Anschluß an die Szene auf der Platte gefunden, dem Bremer Platz hinter dem Hauptbahnhof: "Der Einstieg ins Drogengeschäft war gelungen", vermerkt der Reporter der Westfälischen Nachrichten aus dem Gerichtssaal und fährt fort: "Die Beamten bekamen Wind von den drei Neuen. Nach einer Observation wurden die drei Verdächtigen von der Polizei kontrolliert. Vor den Augen der Polizei ließ der 33-Jährige 16 Bubbles mit Heroin auf den Boden fallen. (...) Eigentlich hätten die Angeklagten nach dieser Bekanntschaft mit der Polizei gewarnt sein müssen. Doch sie sollen im größeren Stil weiter gehandelt haben".

So hätten denn auch V-Männern der Polizei nun vor Gericht bezeugt, daß sie von dem 33-Jährigen und dem 29-Jährigen im nachhinein "mehrfach (...) Betäubungsmittel ab 30 Euro gekauft" hätten. "Auch Mengen von mehr als fünf Gramm Heroin wären letztlich kein Hindernis gewesen". Dem Treiben des observierten Trios hätten die Ordnungshüter schließlich am 28. Mai dieses Jahres durch Festnahme ein Ende gesetzt.

Der mutmaßliche Bandenchef habe dem Gericht allerdings eine andere Version geschildert: da sei von Drogen lediglich für den "Eigenbedarf" die Rede gewesen (Münstersche Zeitung), statt einer Drogenbande habe die Polizei in Wirklichkeit Drogenabhängige festgenommen und überhaupt liege hier eine "Verwechslung" und ein "Mißverständnis" vor (Westfälische Nachrichten).

Der Prozeß soll am 6. November mit der Vernehmung von weiteren Zeugen fortgesetzt werden, ein dritter Termin ist für den 15. November anberaumt (Westfälische Nachrichten und Münstersche Zeitung, 28. Oktober).

 

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||