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Münster, 15.12.2018
Lettland: Rettungsaktion für 223 abgedriftete Eisfischer kostete 10.000 Lats PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 11. April 2013 um 00:00 Uhr

Eisangler auf der DaugavaDas Bemühen, den Karfreitagsfisch zu angeln, erwies sich für hunderte lettische Eisangler als lebensgefährliches Unterfangen. Sie befanden sich auf der gefrorenen Fläche vor der Ostseeküste des Kurorts Jūrmala, als heftiger Wind das Meer aufwirbelte. Vor dem Ortsteil Majori und dem benachbarten Rigaer Vorort Vakarbuļļi brachen zwei Eisschollen ab, auf denen sich Hunderte von Anglern befanden. 223 von ihnen gelang es nicht mehr, vom abdriftenden Eis ans Ufer zu flüchten. So mussten die lettischen Rettungsdienste am höchsten christlichen Gedenktag zu einem international beachteten Großeinsatz ausrücken. Die örtlichen Feuerwehrleute, Soldaten und Schiffsbesatzungen des Rigaer Hafens eilten mit Spezialfahrzeugen, Booten, Eisbrechern und zwei Helikoptern zur Stelle. Ihnen gelang es, alle von den Eisschollen, die sich kilometerweit vom Ufer entfernten, zu retten. Derweil deckte die Ir-Redaktion eine kleine Politiker-Lüge auf: Nicht der Rigaer Schlepper Santa, sondern nur Marss 1, der einer estnischen Privatfirma gehört, habe Angler an Bord genommen.

Eisangeln ist auch auf Lettlands größtem Fluss, der Daugava, beliebte Freizeitbeschäftigung. In jedem Jahr berichten die lettischen Medien über Opfer, die auf vereisten Gewässerflächen einbrachen. Das Fischen mit Stuhl und Eisbohrer ist kein bloßer Zeitvertreib, sondern auch eine oft genutzte Möglichkeit, den Speiseplan zu bereichern. Foto: LP

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Rigas Polizisten wünschen sich mehr Aufmerksamkeit in Notfällen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. März 2013 um 00:00 Uhr

Schneespuren Der Homo Oeconomicus saust durch die Stadt. Unsichtbare Scheuklappen bewahren ihn vor dem Blick ins Elend. Zeit ist Geld und entsprechend knapp und kostbar. Auf chromblitzendem Tretroller auf die nächste Win-Win-Situation zusteuernd wäre ein Seitenblick zu riskant und pure Verschwendung. Dieser Typ, diese Parodie des Menschen, schufen Wirtschaftswissenschaftler. Eigennutz rechnet sich ökonomisch. Ein Verweilen, um Hilfe zu leisten, hielte nur auf und schadete dem Volkseinkommen. Im Zeitalter der Effizienz-Kriterien veralbert der Homo Oeconomicus die drollige Unvernunft des Gutmenschen. Einer Bettlerin 20 Santims zu spendieren, das mag noch angehen. Doch was wäre, wenn man sich ernsthaft kümmerte? Müsste man die eigene beheizte Wohnung Obdachlosen zur Verfügung stellen? Die gesamte Freizeit opfern, um fremde Bedürftige zu betreuen und unbekannte Kranke zu pflegen, die Feierabende am Ausschank von Suppenküchen verbringen? Vielleicht sogar in einen Sozialberuf wechseln? Nicht jeder ist für das Leben eines Albert Schweitzers oder des heiligen Franziskus` geeignet. Rigas Städtische Polizei bietet eine bequemere Möglichkeit das Leben anderer zu retten. Seit dem 24.9.2012 registrierten die Polizisten 24 Menschen im Stadtgebiet, die wegen Unterkühlung starben. Experimente zeigen, dass die Mehrheit der Passanten achtlos an Kälteopfern vorübergeht. Dabei hielte sich der Helferaufwand in Grenzen: Man müsste nur über den Notruf 110 die Polizisten informieren. Rigas Polizei stellte am 26.3.2013 ihre Kampagne „Neesi vienaldzīgs!/ Sei nicht gleichgültig!“ der Öffentlichkeit vor.

Eisige Temperaturen verursachen Kältetote, auch auf öffentlichen Plätzen, Foto: LP

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Lettland: Ombudsmann Juris Jansons kritisiert Behandlung mit Psychopharmaka in den Betreuungszentren PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. März 2013 um 00:00 Uhr

BetreuungszentrumJansons leitet ein staatliches Büro, das überprüft, ob Regierung, Ministerien, Behörden und Institutionen die Menschenrechte beachten. Der Jurist wendet sich an die Öffentlichkeit, wenn er Verstöße und Diskriminierungen feststellt. Im Februar schrieb er der lettischen Regierung einen offenen Brief, in dem er die Zustände in den Staatlichen Sozialen Betreuungszentren (Valsts sociālās aprūpes centri, VSAC) beklagt, darüber informierte er auch die Parlamentarier. Sein Team aus Juristen und Psychiatriekennern hatte diese Heime im letzten Jahr zum wiederholten Mal überprüft. Solche sind in größeren Gemeinden zu finden. Ihre Aufgabe ist es u.a., Waise, Invalide, aber auch geistig Behinderte und psychisch Kranke aufzunehmen und zu versorgen. Insgesamt werden in solchen Einrichtungen 13.035 Bewohner betreut (Stand: 31.12.2011), davon sind 6.994 Personen psychisch krank oder geistig behindert. Die Rechtshüter stellten fest, dass in diesen Häusern die Menschenrechte nicht immer beachtet werden. Jansons kritisierte, dass Heimbewohner Psychopharmaka in zu hoher Dosierung nehmen müssten. Ziel sei offenbar die Beruhigung mit chemischen Mitteln, um verhaltensauffällige Patienten leichter beaufsichtigen zu können. Die Betreuer verabreichten die Medizin, ohne über ihre Wirkung zu informieren. Eine solche Praxis verstößt gegen die Grundrechte.

Ein Betreuungszentrum in Riga, Foto: LP

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