logo
Münster, 18.2.2018
Lettland: Ombudsmann Juris Jansons kritisiert Behandlung mit Psychopharmaka in den Betreuungszentren PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. März 2013 um 00:00 Uhr

BetreuungszentrumJansons leitet ein staatliches Büro, das überprüft, ob Regierung, Ministerien, Behörden und Institutionen die Menschenrechte beachten. Der Jurist wendet sich an die Öffentlichkeit, wenn er Verstöße und Diskriminierungen feststellt. Im Februar schrieb er der lettischen Regierung einen offenen Brief, in dem er die Zustände in den Staatlichen Sozialen Betreuungszentren (Valsts sociālās aprūpes centri, VSAC) beklagt, darüber informierte er auch die Parlamentarier. Sein Team aus Juristen und Psychiatriekennern hatte diese Heime im letzten Jahr zum wiederholten Mal überprüft. Solche sind in größeren Gemeinden zu finden. Ihre Aufgabe ist es u.a., Waise, Invalide, aber auch geistig Behinderte und psychisch Kranke aufzunehmen und zu versorgen. Insgesamt werden in solchen Einrichtungen 13.035 Bewohner betreut (Stand: 31.12.2011), davon sind 6.994 Personen psychisch krank oder geistig behindert. Die Rechtshüter stellten fest, dass in diesen Häusern die Menschenrechte nicht immer beachtet werden. Jansons kritisierte, dass Heimbewohner Psychopharmaka in zu hoher Dosierung nehmen müssten. Ziel sei offenbar die Beruhigung mit chemischen Mitteln, um verhaltensauffällige Patienten leichter beaufsichtigen zu können. Die Betreuer verabreichten die Medizin, ohne über ihre Wirkung zu informieren. Eine solche Praxis verstößt gegen die Grundrechte.

Ein Betreuungszentrum in Riga, Foto: LP

Weiterlesen...
 
Lettische Antikorruptionsbehörde übergibt den Fall Daimler dem Generalstaatsanwalt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Februar 2013 um 00:00 Uhr

Mercedes-Bus in RigaIn einer Pressemitteilung informierte die lettische Antikorruptionsbehörde KNAB (Korupcijas novēršanas un apkarošanas birojs/ Büro für Korruptionsvermeidung und -bekämpfung) am 7.2.13, dass sie die Materialien über den Fall Mercedes-Benz dem Generalstaatsanwalt übergeben hat. Falls die KNAB-Vorwürfe stimmen, hatten Tochterfirmen des Stuttgarter Konzerns von 2002 bis 2006 sieben Personen korrumpiert, die mit dem Ankauf von 117 Nahverkehrsbussen in Verbindung standen. Der fragliche Handel führte dazu, dass die Daimler AG die Fahrzeuge teurer an die Stadt Riga verkaufte, um Bestechungsgelder mitzufinanzieren. KNAB nennt eine Summe von 5,26 Millionen Euro, die auf Privatkonten landeten und für die, zumindest teilweise, der lettische Steuerzahler oder der Fahrgast von Rigas Satiksme, der städtischen Busgesellschaft, aufkommen muss.

Mercedes-Linienbus in Riga, Foto: LP

 

Weiterlesen...
 
Lettland: Polizisten verhaften Donnerkreuzler Igors Šiškins PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 27. Oktober 2012 um 00:00 Uhr

Siskins auf einem Gedenkmarsch 2009Die lettische Nachrichtenagentur LETA berichtete am 25.10.12, dass Igors Šiškins festgenommen worden sei. Die Sicherheitspolizei, die direkt dem Innenministerium untergeordnet ist, bestätigte die Festnahme des Rechtsextremisten, wollte aber keine weiteren Angaben machen. LETA vermutet, dass illegaler Waffenbesitz und der Versuch sich Sprengstoff zu beschaffen, den Anlass dazu gaben. Šiškins ist Leiter des Gustavs Celmiņš-Zentrums, das als Tarnorganisation der seit 2006 verbotenen Donnerkreuzler (pērkoņkrustieši) gilt. Diese Gruppierung gründete sich als rassistische und nationalistische Partei in den dreißiger Jahren, Gustavs Celmiņš war ihr Anführer. Diktator Kārlis Ulmanis übernahm zwar den Donnerkreuz-Wahlspruch „Lettland den Letten“, ließ dann aber diese extremistische Gruppierung verfolgen, die im Namen des altlettischen Donnergotts Pērkoņs agitierte. (Ulmanis` Kritiker weisen aber darauf hin, dass der heute noch verehrte lettische Diktator zuvor von den Unruhen profitiert habe, die die Donnerkreuzler im Lande verbreiteten). Als die Deutschen 1941 Lettland besetzten, beteiligten sich Donnerkreuzler an der antisemitischen Propaganda. In welchem Umfang sich diese Rechtsextremisten aktiv an den Massenerschießungen jüdischer Mitbürger beteiligten, ist laut lettischer Wikipedia umstritten. Fest steht, dass der bekannteste lettische Kollaborateur und Massenmörder, Viktors Arājs, ein Donnerkreuzler war. Šiškins stammt von einem russisch-lettischen Elternpaar ab. Nach der Scheidung verbrachte er seine Kindheit bei seiner lettischen Mutter. In den 90er Jahren wurde er in einer Splittergruppe aktiv, die erneut mit dem Namen Pērkoņkrusts auftrat. Igors Šiškins beteiligte sich in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1997 an einem Sprengstoffanschlag auf das sowjetische Siegesdenkmal in Riga. Dabei kamen zwei Gesinnungsgefährten ums Leben.

Šiškins am Gedenktag lettischer SS-Legionäre, Foto von Zemgalietis der lettischen Wikipedia-Seite nach der Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 Weiter > Ende >>

Seite 4 von 8

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||