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Münster, 20.4.2019
Lettland: Polizisten verhaften Donnerkreuzler Igors Šiškins PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 27. Oktober 2012 um 00:00 Uhr

Siskins auf einem Gedenkmarsch 2009Die lettische Nachrichtenagentur LETA berichtete am 25.10.12, dass Igors Šiškins festgenommen worden sei. Die Sicherheitspolizei, die direkt dem Innenministerium untergeordnet ist, bestätigte die Festnahme des Rechtsextremisten, wollte aber keine weiteren Angaben machen. LETA vermutet, dass illegaler Waffenbesitz und der Versuch sich Sprengstoff zu beschaffen, den Anlass dazu gaben. Šiškins ist Leiter des Gustavs Celmiņš-Zentrums, das als Tarnorganisation der seit 2006 verbotenen Donnerkreuzler (pērkoņkrustieši) gilt. Diese Gruppierung gründete sich als rassistische und nationalistische Partei in den dreißiger Jahren, Gustavs Celmiņš war ihr Anführer. Diktator Kārlis Ulmanis übernahm zwar den Donnerkreuz-Wahlspruch „Lettland den Letten“, ließ dann aber diese extremistische Gruppierung verfolgen, die im Namen des altlettischen Donnergotts Pērkoņs agitierte. (Ulmanis` Kritiker weisen aber darauf hin, dass der heute noch verehrte lettische Diktator zuvor von den Unruhen profitiert habe, die die Donnerkreuzler im Lande verbreiteten). Als die Deutschen 1941 Lettland besetzten, beteiligten sich Donnerkreuzler an der antisemitischen Propaganda. In welchem Umfang sich diese Rechtsextremisten aktiv an den Massenerschießungen jüdischer Mitbürger beteiligten, ist laut lettischer Wikipedia umstritten. Fest steht, dass der bekannteste lettische Kollaborateur und Massenmörder, Viktors Arājs, ein Donnerkreuzler war. Šiškins stammt von einem russisch-lettischen Elternpaar ab. Nach der Scheidung verbrachte er seine Kindheit bei seiner lettischen Mutter. In den 90er Jahren wurde er in einer Splittergruppe aktiv, die erneut mit dem Namen Pērkoņkrusts auftrat. Igors Šiškins beteiligte sich in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1997 an einem Sprengstoffanschlag auf das sowjetische Siegesdenkmal in Riga. Dabei kamen zwei Gesinnungsgefährten ums Leben.

Šiškins am Gedenktag lettischer SS-Legionäre, Foto von Zemgalietis der lettischen Wikipedia-Seite nach der Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5

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Lettland - Staatsanwälte ermitteln gegen Ilmārs Poikāns PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 21. September 2012 um 00:00 Uhr

Protestaktion gegen die Verhaftung NeosVor zwei Jahren füllte das Pseudonym „Neo“ die lettischen Schlagzeilen. Ein Computerspezialist machte damals nach und nach Gehaltslisten von den Vorständen einiger staatlicher Firmen zugänglich. Es zeigte sich, dass manche leitende Angestellte trotz allgemeiner Gehaltskürzungen komfortable Einkommen erzielten. Neo hatte ein Datenleck auf dem Web der Finanzbehörde gefunden. Er musste nicht einmal seine Spezialkenntnisse als Informatiker anwenden, um an die brisanten Informationen zu gelangen. Seitdem ist Ilmārs Poikāns, der sich hinter dem Namen Neo verbarg, für die einen Nationalheld, der 2010 sogar zum lettischen Europäer des Jahres gewählt wurde, für die anderen ein Krimineller, der persönliche Daten illegal der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben des Nachrichtenportals delfi.lv am 20.8.12 ein Zwischenergebnis ihrer Ermittlungen vorgelegt: Sie verfolgt Poikans` Zugang zu den heiklen Daten auf dem VID-Server nicht mehr als Vergehen, schließlich konnte der PC-Spezialist sie aufsuchen, ohne besondere Codes zu knacken. Doch der Vorwurf, Poikans habe illegal geheime persönliche Informationen publiziert, könnte zur Anklage führen.

Protestaktion gegen die Verhaftung Neos vor dem Regierungskabinett im Jahr 2010, Foto: LP

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Garnelenklau in Bremerhaven endete wahrscheinlich in einem Rigaer Kühlhaus PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. August 2012 um 00:00 Uhr

Garnelen zum essen aufbereitet

65 Paletten mit tiefgekühlten Garnelen, die zwei LKW-Fahrer in Bremerhaven auf ihre Anhänger luden, verschwanden Mitte Juli unbezahlt. Die beiden Betrüger legten an der Ladestelle gefälschte Dokumente vor. Ihre litauischen Pässe mit den Namen Jonas Valaitis und Andrius Dauksas erwiesen sich als genauso unecht wie die Transportpapiere des lettischen Unternehmens Alvos Trans, das seinen Namen nun missbraucht sieht. Der Frachtwert wird auf bis zu 200.000 Euro geschätzt. Die geschädigten Firmen stellten für die Wiederbeschaffung des Beuteguts eine Belohnung in Aussicht: 10 Prozent der Schadenssumme, aber höchstens 20.000 Euro. Doch nun scheinen die entwendeten Paletten bereits gefunden. Die lettische Nachrichtenagentur LETA berichtete am 31.7.12, dass vier Tage zuvor die Finanzfahnder der lettischen Steuerbehörde in Rigaer Kühlräumen 30 Tonnen Garnelen ohne Begleitpapiere entdeckten. Obwohl die Behörden den Zusammenhang noch nicht bestätigten, vermuten die lettischen Journalisten, dass es sich um das Bremerhavener Diebesgut handelt.

 

In diesen Zeiten werden auch Lebensmittel zum begehrten Diebesbeute: Foto:Frank C. Müller auf Wikimedia Commons

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