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Münster, 21.10.2018
Lettland: Ir-Redaktion ködert Fahrraddiebe PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. April 2012 um 00:00 Uhr

Durchgetrenntes FahrradschlossAm 22. April beginnt in Riga die Fahrradwoche mit Gruppenfahrten, Filmvorführungen und Diskussionen. Radfahren wird immer beliebter. Die Rigenser haben entdeckt, dass sie mit dem Drahtesel billiger und gesünder fortkommen als mit dem Auto. Das „Gesünder“ muss freilich relativiert werden: Rigas Straßennetz ist auf Radler nicht vorbereitet, entsprechend hoch ist das Unfallrisiko. Die Besitzer müssen zudem stets um ihr Zweirad bangen, denn auch die Zahl der Diebstähle nimmt zu. In den ersten drei Monaten dieses Jahres stahlen die Langfinger in der Region Riga bereits 162 Räder, das sind 52 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Jahr wurden in der Hauptstadt insgesamt 1442 Räder gestohlen. Doch das ist nur die offizielle Zahl, die lettische Polizei schätzt, dass jeder fünfte Diebstahl nicht angezeigt wird. Die Redakteure der Wochenzeitschrift Ir beabsichtigen, den Dieben auf die Spur zu kommen: Ab dem 20.4.12 stellen sie im Zentrum Rigas fünf Fahrräder ab. Diese sind mit GPS-Sendern präpariert.

Durchgetrenntes Kabelschloss, Foto: Riki1979 auf Wikimedia Commons

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Lettland: Weiter Gerangel um den profitablen Öltransit von Ventspils PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 10. Februar 2012 um 20:44 Uhr

Hafenausfahrt VentspilsVentspils oder deutschbaltisch Windau, die Ölhafenstadt an der lauschigen Venta-Mündung, liegt ganz im Westen Lettlands, wo ein wilder Wind weht, der manchmal auch Orkanstärke erreicht. Das Öl aus Russland, das mit Kesselwagen über die Schienen oder, wenn sie denn funktioniert, per Pipeline an der Ostseeküste anlangt, wird hier mit Tankern nach Westeuropa weiter befördert. Daher hat die Stadt an der Venta so etwas wie ein mittelalterliches Stapelrecht, das Reichtum ermöglicht und die kleine Provinzstadt in den Rang einer Hafenmetropole erhebt: Die ansässigen Transitfirmen verdienen kräftig mit, wenn es darum geht, das Schwarze Gold auf Schiffe zu verladen. Daher beobachten lettische Journalisten seit Jahren ein Hauen und Stechen von Geschäftsleuten und Anwälten um Macht und Millionen, meistens mit dabei ist Bürgermeister Aivars Lembergs. Der Oligarch steht seit Jahren wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Dabei ist unklar, wem was gehört. Diese Stadt hat eigene Gesetze und Regeln, selbst die Uhren gehen hier anders. Den Jahresbeginn feiern die Bürger nach der Ventspils-Zeit. Und es gibt sogar eine Ventspils-Mathematik: Nach dem jüngsten Gerangel hat eine der sprudelnden Profitquellen, die Firma Ventbunkers, die Öl zwischenlagert, ventspils-mathematische Besitzverhältnisse: Der Schweizer Jurist Rudolf Meroni, der als Verwalter von Kapitalvermögen eingesetzt wurde, behauptet, 71 Prozent der Aktienbesitzer zu vertreten, doch vier Widersacher wähnen sich mit einem Anteil von 58 Prozent ebenso als Mehrheitseigner.

Die Hafenausfahrt von Ventspils, Foto: Algirdas auf Wikimedia Commons

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Eiszeit für den Oligarchen: Richter frieren Aivars Lembergs Konten ein und fordern Besitzanzeige PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Juni 2011 um 06:56 Uhr

Aivars Lembergs

Selbst lettischen Staatsanwälten ist nicht genau bekannt, was und wieviel der Bürgermeister von Ventspils überhaupt besitzt. Der Geschäftsmann und Politiker, der zu den drei „Oligarchen“ Lettlands zählt, streitet seine Teilhabe an Kapital und Firmen ab, besonders wenn Kriminalität im Spiel ist. Doch nun wollen ihn britische und lettische Richter zur Transparenz zwingen. Im April 2011 verfügte der High Court of England and Wales, ein Teil des Obersten Gerichtshofs der Britischen Inseln, dass Lembergs beeiden müsse, an welchen Firmen er beteiligt oder nicht beteiligt sei.: "einerlei, ob jene unter seinem Namen eingetragen sind oder nicht, ob diese ihm persönlich gehören oder im Gemeinschaftsbesitz sind." Er darf Firmenanteile nicht verkaufen oder den Wert der Firmen mindern. Außerdem sperrten die Rechtsprecher ihrer Majestät die Konten des Angeklagten. Nun sind für den lettischen Bürgermeister die Bankomaten des Königsreichs tabu. Die Vitol Group hatte den Businesspolitiker vor dem Londoner Gericht verklagt. Der internationale Energie- und Rohstoffkonzern besitzt mit 49 Prozent den größten Aktienanteil an der Öltransitfirma Ventspils nafta. Ihr gehört wiederum die Tochter Latvijas kuģniecība/ Lettlands Schifffahrt. Internationalen Wirtschaftsprüfern war bereits vor Jahren aufgefallen, dass diese Reederei ihre Öltanker unter Marktpreis vermietete. Die Vitol-Manager beziffern den Verlust auf 135 Millionen US-Dollar. Personen, zu denen Lembergs Geschäftskontakte unterhalte, hätten diese Summe unterschlagen und nun fordert der Konzern Schadensersatz. Die Richter des Bezirksgerichts Vidzeme in Riga folgten am 13. Juni 2011 dem Beschluss ihrer britischen Kollegen, so wie es das EU-Recht vorsieht. Nun darf Lembergs auch von lettischem Territorium nichts unternehmen, was der britischen Anweisung zuwider läuft. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, weigerte sich aber, seine Besitzverhältnisse zu beeiden.

Der Bürgermeister und Förderer der Bauernpartei, Aivars Lembergs, steht wieder mal unter Druck, Foto: http://lettland.blogspot.com

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 19. Juni 2011 um 13:55 Uhr
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