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Münster, 16.8.2017
Datenrebell „Neo“ handelte im öffentlichen Interesse - Ilmārs Poikāns in erster Instanz freigesprochen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 07. Juni 2014 um 00:00 Uhr

Demonstranten protestieren am Sitz des MinisterkabinettsZur Hoch-Zeit der Krise, als die lettische Regierung das Volk auf magere Jahre einstimmte, machte ein Pseudonym namens „Neo“ Schlagzeilen. Neo hatte ein Schlupfloch auf dem Server des lettischen Finanzamts VID entdeckt. Er kopierte Gehaltslisten und übermittelte sie der TV-Journalistin Ilze Nagla. In ihrem Politmagazin „De facto“ erfuhr der Zuschauer im Februar 2010 Brisantes: Viele Angestellte in den Chefetagen bezogen damals weiterhin komfortable Gehälter. Die Regierung hatte staatlichen Angestellten das Gehalt um bis zu 40 Prozent gekürzt, andere verloren ihren Job ganz. Es stellte sich heraus, dass ein Informatiker der Rigaer Universität hinter dem Datenklau steckte: Ilmārs Poikāns. Er benötigte nicht einmal sein Spezialwissen, um Zugriff auf die sensiblen VID-Daten zu bekommen. Auch PC-Laien ohne Hackerkenntnisse konnten auf die Webseiten mit Gehaltslisten gelangen. Ein Programmierfehler hatte dieses Datenleck ermöglicht, das größte, das lettischen Behörden je unterlief. Dennoch musste Poikāns die Strafbehörden fürchten. Er wurde vorübergehend festgenommen, Polizisten durchsuchten die Wohnung von Ilze Nagla. Die Journalistin wandte sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und bekam Recht: Der lettische Staat musste ihr 20.000 Euro Entschädigung zahlen. Staatsanwälte ermittelten gegen Poikāns. Sie betrachten das Herunterladen und Verbreiten der Gehaltstabellen als Vergehen und klagen seit Juli letzten Jahres vor einem Rigaer Bezirksgericht. Doch am 5.6.2014 sprach Richterin Una Melameda den Datenrebell in erster Instanz frei. Juristen werten dies als Sieg für die Informations- und Pressefreiheit. Aber Staatsanwältin Vita Ozoliņa hat noch nicht entschieden, ob sie in die Berufung geht.

Im Mai 2010 protestierten Demonstranten vor dem Ministerkabinett gegen die Festnahme Neos, Foto: LP

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Lettischer Ombudsmann Juris Jansons warnt vor Menschenhandel PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 19. Oktober 2013 um 00:00 Uhr

Juris Jansons, PorträtJuris Jansons, der staatliche Anwalt der Menschenrechte und Vertreter der Organisation „Patvērums `Drošā māja”/ „Zuflucht `Sicheres Haus`“ informierten am 18.10.2013, am EU-Tag gegen den Menschenhandel, über die Gefahren für die lettische Bevölkerung. Der Hauptgrund moderner Formen der Versklavung seien fehlende Informationen. Demnach vertrauen besonders auf dem Lande Menschen in sozial und wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen allzu schnell verlockenden Versprechungen. Doch statt eines besseren Lebens im Westen drohen dort menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, finanzielle und sexuelle Ausbeutung.

Lettischer Ombudsmann Juris Jansons,  Foto: tiesibsargs.lv

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Lettland: Bislang acht Tote durch illegal hergestellten Schnaps PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 00:00 Uhr

Durchsichtige Plastikflasche, halb gefüllt mit FlüssigkeitBis zum 16.10.13 starben in Jelgava bereits acht Konsumenten illegal hergestellten Alkohols, vier weitere werden im Krankenhaus behandelt. Sie besorgten sich das gefährliche Gemisch in einer sogenannten „Točka“, so nennen Letten Verkaufsstellen, wo sich Alkoholiker an der Steuer vorbei günstigen Schnaps besorgen können. Doch diese alkoholischen Gemische sind unbekannter und unkontrollierter Herkunft, werden häufig von Laien hergestellt. Ein Toxikologe meinte in der TV-Sendung Panorama vom 16.10.2013, dass die Produzenten offenbar die Zutaten verwechselt hatten: Der Alkoholanteil habe zu 99 Prozent aus giftigem Methanol bestanden. 50 Gramm davon reichten für eine tödliche Dosis. Innenminister Rihards Kozlovskis bezeichnete in derselben Sendung die Točkas als sozialökonomisches Phänomen.

Illegal hergestellter Alkohol wird häufig in Plastikflaschen verkauft, Foto: Jesusalconada auf Wikimedia Commons, Lizenz

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