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Münster, 23.10.2018
Janis Lapins rettete Karl Huhns Grabplatte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. September 2017 um 00:00 Uhr

Grabräuber in die Flucht geschlagen

huhn, Zigeunerin mit TamburinDer Rigenser Janis Lapins beobachtete im Winter des Jahres 2005, wie Diebe versuchten, auf dem historischen Friedhof „Lilie kapi“ die Grabplatte des deutschbaltischen Malers Karl Huhn aus der Familiengruft zu stehlen. Er wagte es, die Grabschändser zu verscheuchen. Anschließend beschloss er, die Platte, die mit der Aufschrift „Erbbegräbnis Karl Huhn“ versehen ist, einzugraben, um einen weiteren Raubversuch zu vereiteln. Lapins informierte den inzwischen verstorbenen Eizens Upmanis über seine Rettungstat. Als Friedhofsverwalter war dieser der Ansicht, dass man die Platte erst mal im Boden belassen solle, bis für den Friedhof sicherere Zeiten kämen. Diese scheinen nun angebrochen und Lapins grub gemeinsam mit seinem Sohn die Platte in der Gegenwart von Journalisten aus, um sie der Rigaer Denkmalsagentur zu überreichen. Die Platte sei recht gut erhalten, nur ein Eckchen abgebrochen. Die Agentur wird sie solange aufbewahren, bis die Gruft der Familie Huhn erneuert ist.

Bild "Zigeunerin mit Tamburin" von Karl Huhn auf einer lettischen Briefmarke, Foto: Gemeinfrei
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Lettland: Spirituosendealer versklavten hilflose Kunden PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 03. Februar 2017 um 00:00 Uhr

Wer nicht zahlen kann, wird eingesperrt

Flschen mit AlkoholDas weiße Winterlicht erhellt durch ein betagtes Sprossenfenster einen Raum menschlichen Elends: Die ehemals weiß getünchte Wand hat rußige Flecken, der halbhoch gestrichene dunkle Lack blättert. Das Mobiliar auf dem matten Holzboden, auf dem noch einige Lackstellen glänzen, besteht aus ein paar alten Schemeln, einem Stühlchen, einem schmutzigen Gasherd, der wahrscheinlich noch in sowjetischer Zeit hergestellt wurde, einem noch älteren rostigen Küchenkohleherd, auf dem mehrere rostige Töpfe stehen. Darüber ist nachlässig eine Kordel gespannt, von der zwei schmutzige Plastikbürsten baumeln, eine von ihnen gleicht einer Klobürste. Zwischen den Kochstellen steht an der Wand ein kleiner Tisch, der mit einer blauen Plastikplane bedeckt und mit einem Ziegelstein beschwert ist. Auf ihm und dem Gasherd sind alte große und kleine Töpfe mit und ohne Deckel verteilt, die alle rostig und beschmutzt sind. Auf dem Boden und auf den Schemeln stehen größere und kleinere Glasbehälter, die teilweise mit Flüssigkeit gefüllt sind, daneben große und kleine Schüsseln oder Eimer. Alles wirkt unsauber, mit Schmutz überzogen. An den Fensterrändern hängen Gardinenreste. Diese naturalistische Regieanweisung bildet die Kulisse zu einem Sozialdrama, das sich leider in der Wirklichkeit abgespielt hat: In der Gemeinde Līvbērze bei Jelgava benutzte eine Bande einen verlassenen Kindergarten, um dort ihre „Kunden“ wie Sklaven zu halten.

Hochprozentiger Alkohol, Foto: LP

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Lettland: Ilmārs Poikāns erneut verurteilt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Gehälter-Whistleblower will nicht beigeben

PoikansIm Jahre 2010 machte ein seltsamer „Neo“ Schlagzeilen. Die TV-Journalistin Ilze Nagla berichtete über diesen geheimnisvollen Informanten. In seinem Besitz waren 7,4 Millionen private Datensätze des lettischen Finanzamtes (VID). Dadurch erfuhren die Fernsehzuschauer, dass in der Zeit der Finanzkrise die Vorstände in öffentlichen und kommunalen Unternehmen weiterhin üppig verdienten. Den Normalverdienern hatte die Regierung hingegen die Gehälter bis zur Hälfte gekürzt oder sie gleich ganz entlassen. Polizisten durchsuchten Naglas Wohnung und nahmen Neo vorübergehend fest. Hinter diesem Pseudonym verbarg sich Ilmārs Poikāns, ein Informatiker, der an der Lettischen Universität arbeitet. Er benötigte für den Datenklau keine Fachkenntnisse. Schon nach wenigen Klicks war er auf das brisante Datenmaterial gestoßen. Ein Programmierfehler hatte diesen Zugriff ermöglicht. Poikāns wurde angeklagt und jetzt nach dem vierten Prozess erneut zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Ilmārs Poikāns, Foto: CC BY 2.0, Saite

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