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Münster, 11.12.2017
Lettland verpasst die Olympiaqualifikation PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Montag, den 12. September 2016 um 14:43 Uhr

Pleite beim eigenen Turnier

Arena RigaZum ersten Mal seit Nagano 1998 wird es ein olympisches Eishockeyturnier ohne lettische Beteiligung geben. Bei der Qualifikation im eigenen Land scheiterte die izlase an Deutschland. Zuvor hatte es in der Ausscheidung für beide Kontrahenten jeweils leichte Siege über Österreich und Japan geben. Das direkte Aufeinandertreffen im letzten Turnierspiel musste über die Vergabe des Tickets nach Pyeongchang entscheiden. Schon das Duell bei der letzten Weltmeisterschaft hatte Lettland verloren. Auch diesmal waren die mit fünf NHL-Stars angetretenen Deutschen leichter Favorit. Andererseits sprachen die bessere Platzierung in der Weltrangliste und der daraus resultierende Heimvorteil für die von Haralds Vasiljevs trainierten Rotweißroten.

Pleite im Heimstadion, der Arena Riga, Foro: Mark Healey -  CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38303577

Es ging dann auch gut los in der mit 10.300 Zuschauern vollbesetzten Arena Riga. Verteidiger Yannic Seidenberg musste bereits in der zweiten Minute auf die Strafbank. Die Überzahl brachte den Letten nichts ein, doch setzte sich die Hilflosigkeit in der deutschen Defensive fort. Arvids Rekis traf in der Folge nur den Pfosten, Ronalds Kenins kam freistehend vor Goalie Philipp Grubauer zum Schuss und verzog. Langsam stabilisierte sich das von Marco Sturm gecoachte Gästeteam. In der 17. Minute ergab sich erstmals eine Überzahlsituation, als Rekis wegen Beinstellens zwei Minuten aufgebrummt bekam. Am anschließenden deutschen Führungstor waren ausschließlich NHL-Spieler beteiligt: Tom Kühnhackl und Patrick Reimer spielten Leon Draisaitl frei, der sich die Chance nicht entgehen ließ.

Das zweite Drittel begann mit einer Zweiminutenstrafe für Oskars Bartulis. Gerade war er vom Sünderbänkchen zurück, als der zweite Treffer für die Deutschen fiel; unter gnädiger Mithilfe von Lettlands Torhüter. Kristers Gudlevskis vermochte einen Schuss von Patrick Hager nicht zu entschärfen. Den Abpraller netzte Felix Schütz eiskalt ein. Vier Minuten später war dann Schluss für Gudlevskis. Sein Coach tauschte ihn gegen Elvis Merzlikins aus. Normalerweise werden solche Wechsel erst nach drei oder vier Gegentoren vorgenommen. Vasiljevs schien seinem Goalie nach dessen krassem Fehler jedoch nicht mehr zu vertrauen. Vielleicht hoffte er auch auf eine Initialzündung bei seinem Team.

Miks Indrasis

Torschütze Miks Indrasis, Foto: Saeima - Saeimā viesojas Latvijas hokeja izlases spēlētāji un delegācija, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19800177

Die stellte sich tatsächlich ein. Zweimal lief ein izlase-Stürmer frei auf das deutsche Tor zu, doch sowohl Miks Indrasis als auch Lauris Darzins brachten die Scheibe nicht an Grubauer vorbei. Auch eine Überzahlsituation verstrich ungenutzt. Dann endlich brachte das dritte Powerplay – David Wolf musste wegen Hakelns auf die Strafbank – den ersehnten Erfolg. Bartulis passte auf Indrasis, der versenkte den Puck per Schlagschuss in den rechten Gehäusewinkel. Auch Ersatzkeeper Merzlikins konnte sich auszeichnen. Zweimal, gegen Brooks Macek und Gerrit Fauser, behielt er im Einszueins gegen deutsche Angreifer die Oberhand.

Mit 1:2 aus Sicht der Letten ging es ins abschließende Drittel. Noch war nichts verloren. Als die Deutschen ihre vierte Unterzahl durchstehen mussten, gerieten sie vollends ins Schwimmen. Indrasis behielt den Überblick, spielte Martins Karsums frei, der wiederum Grubauer ausguckte und die Scheibe in die rechte Ecke schlenzte. Ausgleich in der 47. Minute! Anschließend ging es bedeutend ruhiger zur Sache. Beide Teams waren bemüht, keine Fehler zu machen und vor allem nicht mehr in Unterzahl zu geraten. Schließlich waren drei von vier Toren 5:4-Situationen entsprungen. In der 55. Minute passierte den Letten dann doch wieder ein solches Missgeschick. Kaspars Daugavins erhielt zwei Minuten wegen Beinstellens. Gerade mal 14 Sekunden dauerte das Powerplay, als Kühnhackl, von Brooks Macek und Leon Draisaitl freigespielt, die erneute Gästeführung erzielte. Die Entscheidung? Noch nicht! Die letzten drei Minuten bestritt Deutschland in Unterzahl. Zunächst musste Marcel Goc wegen Beinstellens hinaus. Als der deutsche Verteidiger von der Strafbank zurückkam, nahm Vasiljevs seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch all dies fruchtete nichts mehr. Lettland schied aus, die Deutschen nehmen 2018 an der Olympiade in Südkorea teil.

 

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