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Münster, 30.4.2017
Zweimal Nullzuzwei in der WM-Qualifikation PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Dienstag, den 11. Oktober 2016 um 12:10 Uhr

Nach den Färöern ist auch Ungarn zu stark für die Letten

VaninsDie Meldung des Abends machte noch vor dem Spiel die Runde. Viktor Orbán war in der Stadt gesichtet worden. Der ungarische Ministerpräsident in Riga? Tatsächlich wollte er sich das Gastspiel seiner Magyaren im Skonto-Stadion anschauen. Fünftausend Zuschauer wollten dasselbe. Oder kamen sie wegen Orbán? Das wäre später am Abend der einzige Grund gewesen, nicht enttäuscht nach Hause zu gehen – vorausgesetzt, man findet Gefallen an Orbáns Erscheinung.

Torhüter Andris Vanins, beim FC Zürich unter Vertrag, konnte die Niederlage seiner Nationalmannschaft in Riga nicht verhindern, Foto: Von Mārtiņš Bruņenieks - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

 

Beide Teams hatten etwas gutzumachen. Ungarn war mäßig in die WM-Ausscheidung eingestiegen. Nach einem torlosen Remis auf den Färöern setzte es eine Heimpleite gegen die Schweiz. Wenigstens hatte man in Budapest dagegengehalten. Nach zweimaligem Rückstand glich jeweils Mittelstürmer Adam Szalai aus, bevor der dritte Treffer der Eidgenossen die Niederlage besiegelte. Lettland vermochte, wie die Ungarn, gegen die Färöer nicht ein einziges Tor zu erzielen. Obendrein kassierte man noch zwei. Eigentlich wären zwei Erfolge über die krassen Außenseiter Pflicht für einen Qualifikationsstart gewesen, der Hoffnung auf mehr gemacht hätte.

Gegen Ungarn musste, beim zweiten Heimauftritt, endlich wieder etwas Zählbares herausspringen, am besten drei Punkte. Daraus wurde nichts. Einzig die Magyaren legten einen passablen Auftritt hin. Bereits in der zehnten Minute gingen sie durch Adam Gyurcso - er ist beim polnischen Klub Pogon Szczeczin unter Vertrag - in Führung. Wie schon gegen die Färinger überboten sich die Letten im Sturm an Harmlosigkeit. Einzig Valerijs Sabala, der in der slowakischen Liga für Dunajska Streda stürmt, sorgte sporadisch für Gefahr vor dem Gästetor. Die Entscheidung fiel eine Viertelstunde vor Schluss. Torjäger Adam Szalai, der im Ligaalltag bei der TSG Hoffenheim meist auf der Bank sitzt, gab Andris Vanins (FC Zürich) im Kasten der Heimmannschaft das Nachsehen.

Viktor Orbán jedenfalls durfte befriedigt die Heimreise antreten. Möge es sein einziges Erfolgserlebnis in dieser Woche sein!

Ein Erfolgserlebnis für den lettischen Fußball wird es in diesem Jahr vermutlich nicht mehr geben. Am 13. November tritt die izlase beim Gruppenfavoriten Portugal an. Der Europameister ist in der Qualifikation ebenfalls schwer in Gang gekommen. Gegen die bislang überzeugenden Schweizer hatte es gleich zu Beginn in Basel eine Nullzuzweiniederlage gegeben, die bereits nach einer halben Stunde festgemacht war. Es folgten zwei Schützenfeste mit jeweils sechs Toren gegen die Fußballzwerge Andorra und Färöer. Ob es in Faro im Estadio Algarve zu einem dritten kommt? Ein solches Szenario ist leider nicht komplett auszuschließen, denn eine Entwicklung hat der bisherige Verlauf der Spiele in der Gruppe B deutlich gemacht: Lettland scheint vom Status eines Fußballzwergs nicht mehr allzu weit entfernt.

 

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