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Münster, 14.11.2018
Lettlands Start in die Eishockey-WM 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Mittwoch, den 09. Mai 2018 um 06:37 Uhr

Zum Glück nimmt Südkorea teil

Gints MeijaEine Eishockey-Weltmeisterschaft im Olympiajahr ist ungefähr so spannend, wie Bearbeitungsmaschinen beim Aufbereiten der Spielfläche in der Drittelpause zu beobachten. Allein: Die lettischen Aktiven wären froh gewesen, bei der diesjährigen Winterolympiade den Maschinen beim Eisaufbereiten zuzusehen! Durften sie aber nicht, denn die izlase hatte zuvor die Qualifikation für Olympia versemmelt. Als eine Art Entschädigungsplattform könnte das aktuelle Turnier herhalten. In Dänemark bestünde zumindest theoretisch die Chance fürs lettische Eishockey, zu zeigen, dass es doch nicht so schlecht ist. Doch spätestens seit Spiel zwei ist allen Beteiligten klar: Auch bei der diesjährigen WM geht es für Lettland nur darum, den Abstieg zu vermeiden.

Eishockeyspieler Gints Meija, Foto: Romualds Vambuts, sportacentrs.com - Foto: "Dinamo Rīga" izcīna pelnītu uzvaru, Saite

 

Mühte man sich bei der Auftaktbegegnung gegen Norwegen noch zu einem 3:2 in der Overtime, setzte es im zweiten Vergleich in der Gruppe B ein katastrophal deutliches 1:8 gegen Finnland. Zum Glück nimmt Südkorea am Turnier teil. Diese Mannschaft ist so schwach, dass niemand sie fürchten muss. Oder doch? Gegen Finnland verloren die Underdogs mit demselben Ergebnis wie die Letten, gegen Kanada ging man gar zweistellig unter; 0:10 hieß es am Ende. Ob den Letten Ähnliches droht?

Zunächst spielt dies keine Rolle. Um den Abstieg in die Zweitklassigkeit zu vermeiden, bedarf es in erster Linie eines Erfolgs gegen die schlechteste Mannschaft; und die ist nun mal Südkorea. Als sich die beiden Mannschaften am Dienstagnachmittag im jütländischen Herning gegenüberstanden, sah es im Vorfeld in Sachen Abstieg also so schlecht nicht für Lettland aus.

Daran, dass sich an dieser Lage auch nach Spielende nichts änderte, hatten vier Torschützen im rotweißroten Trikot entscheidenden Anteil: Gints Meija (12. Minute), Ronalds Kenins (19.), Roberts Bukarts (29.), Rudolfs Balcers (42.) und noch einmal Roberts Bukarts in der allerletzten Sekunde des Spiels verbuchten die Treffer für die Rotweißroten. Nicht zu vergessen auch der Beitrag von izlase-Goalie Elvis Merzlikins, dem erstmals seit einem Jahr im Nationaldress wieder ein Shutout gelang. Damals gab‘s bei der WM in Köln ein Dreizunull über Dänemark.

Absteigen werden die Letten wohl nicht mehr. Dass sie es ins Viertelfinale schaffen, ist aber ebenso unwahrscheinlich. Nach drei Spielen stehen fünf Punkte zu Buche, was einer erwartbaren Bilanz entspricht. Ein Sieg gegen Norwegen hätte gerne auch in der regulären Spielzeit eingefahren werden dürfen; mit einer Niederlage gegen die starken Finnen musste man rechnen, wenn auch nicht unbedingt mit einer solchen Klatsche. Auch die nächsten Gegner haben es in sich. Es warten die USA, Angstgegner Deutschland, Titelfavorit Kanada und Gastgeber Dänemark. Allzu viele Punkte dürfte die izlase nicht mehr sammeln. Ein Nullzuzehn gegen Kanada, bitteschön, sollte unbedingt verhindert werden.

 

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