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Münster, 24.11.2017
Eishockey: Lettland schlägt die Schweiz im Play-off zum Viertelfinale! PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Ralf Hoeller   
Dienstag, den 18. Februar 2014 um 00:00 Uhr

Oskars Bartulis auf dem EishockeyplatzDiesmal mussten die Zuschauer nicht wie beim Vorrundengruppenspiel bis acht Sekunden vor Schluss warten. Das erste Tor in der K.o.-Runde fiel nach acht Minuten. Und das Allerschönste: Es fiel für Lettland. Es fiel aus dem Nichts. Bis dahin verzeichneten die Eidgenossen acht Torschüsse, die Rotweißroten gerade mal einen. Zweimal rauschte der Puck haarscharf an Edgars Masalskis' Kasten vorbei. Lange könne es nicht mehr dauern, frohlockte ein Schweizer Reporter, bis der erste Treffer falle. Er sollte Recht behalten. Allerdings fiel das Tor auf der anderen Seite. Oskars Bartulis erhielt die Scheibe an der blauen Linie. Was sollte er damit machen? Am besten draufhauen! Bartulis zog ab, und sein Schlagschuss landete, nicht ganz unhaltbar, in der linken Ecke.

Torschütze Oskars Bārtulis, hier im Dress der Philadelphia Flyers, Foto: Resolute auf Wikimedia Commons, Lizenz

 

Es kam noch besser. Morris Trachsler erhielt zwei Minuten für Beinstellen. Die izlase zog ein prima Powerplay auf. Mikelis Redlihs legte quer, Lauris Darzins versenkte die Scheibe zum Zweizunull. Zwölf Minute waren erst absolviert. Im restlichen ersten Drittel passierte nicht mehr viel. Masalskis parierte einmal gut gegen Roman Wick, ansonsten standen die lettischen Abwehrreihen sicher.

Das zweite Drittel sah bemühte, aber wenig zielstrebige Schweizer. Zweimal musste Masalskis retten, zunächst gegen Andres Ambühl, dann gegen Roman Josi. Vor allem aber konnte sich Lettlands Keeper auf seine Vorderleute verlassen, die kaum etwas zuließen. Die Begegnung war weiter intensiv, aber für Masalskis wurde es kaum noch gefährlich. Das änderte sich vier Minuten vor dem Drittelende. Eine schöne Kombination über Mark Streit und Reto Suri verwandelte Martin Plüss zum Anschlusstreffer. Dann hatten die Letten die Möglichkeit, in einer Überzahlsituation den Zweitoreabstand wiederherzustellen. Daraus wurde nichts. Mit 2:1 ging es ins letzte Drittel.

Darzins auf dem Eishockeyplatz

Lauris Darzins war zweifacher Torschütze, Foto: Lauris_Darzins_2008.jpg auf Wikimedia Commons, Lizenz

 

Die Schweiz drängte, Lettland verteidigte. Was die Eidgenossen auch aufzogen, es sah nicht zwingend aus. Weitschüsse von Streit und Ambühl wurden eine sichere Beute Masalskis'. Dann versuchten es die Schweizer mit Kombinationen. Sah alles nett aus, brachte aber nichts ein. Umgekehrt beschränkten sich die rotweißroten Stürmer auf ein paar zaghafte Aktionen. Drei Minuten vor dem Ende dann die Riesenchance für die Schweiz: Suri kurvte allein auf den lettischen Goalie zu. Masalskis schien geschlagen, doch die Scheibe segelte am Gehäuse vorbei. Uff! Lettland kam jetzt kaum noch aus dem eigenen Drittel heraus. Die Eidgenossen kombinierten, vermochten aber keine brenzlige Situation zu kreieren. Eine Minute und acht Sekunden waren noch auf der Uhr, als die Schweizer ihren Goalie Jonas Hiller zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahmen. Acht Sekunden später war das Match entschieden: Scheibenverlust der Schweizer, Vitalijs Pavlovs passte überlegt auf Darzins, der keine Mühe hatte, ins leere Tor zu treffen.

Trainer Ted Nolan

Trainer Ted Nolan, Foto: User:Buchanan-Hermit auf Wikimedia Commons, Lizenz


Wer hätte das gedacht? Die izlase schlägt die hoch gehandelten Schweizer nach einer taktischen Meisterleistung mit 3:1. Masalskis war einmal nicht der beste Mann. Das brauchte er auch nicht, zu gut standen die Abwehrreihen. Lauris Darzins erzielte zwei Tore und war damit Spieler des Spiels. Vater des Sieges, wenn man die pathetischen Worte bemühen darf, war Trainer Ted Nolan. Er hatte die izlase bestens auf den Gegner eingestellt sowie auf die Minute topfit gemacht.

Letzteres wird morgen leider nicht möglich sein. Keine 24 Stunden dürfen sich die Letten ausruhen, dann wartet um 18 Uhr Titelverteidiger und Turnierfavorit Kanada. Die Chancen, dass der in Sault Sainte Marie in Nordontario geborene Nolan seinen Landsleuten ein Bein stellen kann, stehen, optimistisch geschätzt, bei 1:99.

 

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