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Münster, 14.11.2018
Dürre in Lettland: Landwirtschaftsministerium schätzt die Verluste PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. August 2018 um 00:00 Uhr

Der nasse Herbst des letzten Jahres schadete der diesjährigen Ernte zusätzlich

trockener FeldwegEnde Juli reiste der lettische Landwirtschaftsminister Janis Duklavs nach Brüssel, um mit dem zuständigen EU-Kommissar Phil Hogan zu verhandeln (LP: hier). Hogan zeigte sich beim Thema Entschädigungs-Zahlungen wegen der diesjährigen Hitze und Dürre reserviert und forderte von Duklavs, bis zum 30. August erst einmal die zu erwartenden Verluste für die lettischen Landwirte zu beziffern. Das lettische Landwirtschaftsministerium legte am 22. August provisorische Zahlen vor: Demnach brachte die lang andauerne Hitze und fehlender Regen den lettischen Bauern Ertragseinbußen in Höhe von 359 Millionen Euro ein.

Nahaufnahme eines trockenen Feldwegs, Foto: Gohnarch 22:45, 18 January 2008 (UTC) - Own work, CC BY-SA 3.0, Link

 

In Bezug auf die gesamte lettische Agrarfläche fallen die Ernterträge in diesem Jahr um 54 Prozent geringer aus als im Durchschnitt der drei Vorjahre (delfi.lv). 100,5 Millionen Euro beziffert das Ministerium für den zusätzlichen Ankauf von Futtermitteln, weil die magere Heuernte für die Deckung des Eigenbedarfs nicht hinreichte. Außerdem mussten größere Flächen gemäht werden. Das erforderte zusätzliche Arbeitskräfte und mehr Treibstoff. Die Viehalter mussten für die zusätzliche Futterbeschaffung 80 Prozent mehr ausgeben als in den Vorjahren.

Die Raps- und Getreideernte fiel um 27 Prozent geringer aus, das entspricht einem Verlust von 137,2 Millionen Euro. "Selbst der Anstieg der Exportpreise für Getreide und Raps vermag in diesem Jahr die Einnahmeverluste nicht zu kompensieren, welche die geringere Ernte bedingte, die Veränderungen der Feldstruktur und die Umstände erzwangen, kaum fruchtbare Getreidekörner auszusäen. Man muss dazu anmerken, dass in diesem Jahr auch die Notwendigkeit, Änderungen in der Saatstruktur vorzunehmen, die Einnahmen der Bauern verringert, weil im letzten Jahr unter den übermäßig nassen Umständen der Herbstperiode es nicht möglich war, die Winterfelder wie geplant zu bestellen," erläutert das Landwirtschaftsministerium seine Daten. Demnach vergrößerte der nasse Herbst des letzten Jahres die diesjährigen, dürrebedingten Ernteausfälle.

Für Obst, Kartoffeln und Gemüse werden um 44 Prozent verminderte Erträge berechnet, ein Verlust von 28,4 Millionen Euro. Auch in diesen Branchen wirkte sich der nasse Herbst des letzten Jahres zusätzlich schädlich auf die diesjährigen Ernten aus. Weitere Verluste von 92,9 Millionen Euro beziffert das Ministerium für die Forstwirtschaft, weil große Waldbrände Jungpflanzungen vernichteten. Allerdings sind diese Zahlen nur vorläufige Schätzungen und das Ministerium betont, dass sich die Lage in den einzelnen landwirtschaftlichen Gebieten recht unterschiedlich darstellt.

 

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