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Münster, 23.10.2018
UPB Energy: Deutsches Know-how, europäische Komponenten, lettische Facharbeit PDF Druckbutton anzeigen?
Montag, den 16. April 2007 um 21:42 Uhr
UPB-LogoEin wenig erinnert das Rot der Fassadenverkleidung schon an ein weltberühmtes nichtalkoholisches Erfrischungsgetränk mit vielen C's im Namen. Ein wenn nicht globaler, so doch zumindest europäischer Anspruch liegt da in der Luft, obgleich in der nüchternen Produktionshalle in der südwestlettischen Hafenstadt Liepaja alles andere als ein omnipräsentes jugendliches Life-style-Getränk produziert wird. Die Rede ist hier von schnöden Blockheizkraftwerken (BHKW) und von der UPB Energy Latvija. Gemeinsam mit der UPB AS GmbH (Schweiz) und der UPB GmbH (Berlin) bildet diese Firma die UPB Energija grupa (Lettland), die ihrerseits mit Unternehmen aus den Bereichen Bau, Fassadenbau, Stahlbau, Logistik und Facility Management in eine Muttergesellschaft eingegliedert ist - die UPB Holdings AG in Liepaja. Und das allgegenwärtige Kürzel UPB? Es steht für eine lettische Erfolgsstory, es steht für das Büro des gelernten Architekten Uldis Pilens.
 
Gleichsam aus dem postsowjetischen Nichts hat er sich in etwas mehr als 15 Jahren einen Konzern mit ingesamt 31 Gesellschaften und etwa 1400 Mitarbeitern zusammengebastelt und im vergangenen Jahr einen Umsatz von immerhin 72 Mio. Euro gemacht, Wachstumstendenz: 25% p. a. Da gönnt man sich auch schon selber was: im Falle von U. Pilens einen britischen Jaguar als fahrbaren Untersatz. Und wie in Lettland gang und gäbe, läuft die schicke Nobelkarosse als Konzern-Dienstwagen: "Das war die einzige Exklusivität, die wir uns geleistet haben", erzählt der 50jährige einem jungen deutschen Kollegen, schließlich investiere sein Konzern die meisten Gewinne umgehend. Da klingt auch noch ein anderes Statement glaubhaft: "Es gibt nicht viele lettische Unternehmen, die aggressiv auf dem Markt arbeiten. Wir sind eines davon. Ehrlich gesagt: Wir fühlen uns gut dabei". Zumal U. Pilens ein ziemlich gutes Gewissen haben darf: seinen Mitarbeitern bietet er freiwillig eine soziale Absicherung an, er fördert bedürftige Studenten, sponsort Jazz-Festivals und unterhält eine Galerie für zeitgenössische lettische Kunst (Neuland, Konrad-Adenauer-Stiftung 2006; s. auch http://www.upb.lv).

Nun macht sich U. Pilens daran, mit Umwelttechnnik den europäischen Markt zu erobern. Brückenkopf dabei ist die Köpenicker Straße 154 in Berlin, Sitz und Hauptverwaltung der UPB GmbH.UPB-Servicewagen
Nicht nur in Berlin unterwegs: UPB-Servicewagen
 
Diese baut sogenannte Blockheizkraftwerke, also Verbrennungsanlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen und mit einem Wirkungsgrad von bis zu 85% die eingesetzte Energie besonders effektiv nutzen - ein Argument, das angesichts des Klimawandels aktueller ist denn je.

UPB-GmbH-Geschäftsführer Stefan Decker umreißt die Marschrichtung:UPB-GmbH-Geschäftsführer Stefan Decker
"Erstklassig ausgebildete und motivierte Facharbeiter in Lettland montieren in Deutschland konzipierte BHKW aus westeuropäischen Komponenten für den europäischen Markt. Wir kennen und respektieren den Bedarf der Kunden und wir wollen mittelfristig einen Spitzenplatz im deutschen BHKW-Markt belegen. Darüber hinaus nimmt Deutschland mit seiner zentralen Lage für unsere langfristigen Pläne eine Schlüsselposition ein. Unsere Mutter in Lettland ist dank hervorragender Qualität und marktfähiger Preise mit ihren Tochterunternehmen bereits seit Jahren in Skandinavien und im Baltikum erfolgreich im Geschäft. Gemeinsam wollen wir nun in die europäischen Märkte hineinwachsen."
 
Oberste Priorität bei der Produktentwicklung haben die mittleren Anlagen in kompakter Bauweise, ausgelegt für eine elektrische Leistung zwischen 50 kW und 280 kW, bzw. eine Wärmeleistung von 86 bis 404 kW.
 
UPB-Blockheizkraftwerk
Kompakt und für alle Sorten Gas: UPB-Blockheizkraftwerk

Der besondere Umwelt-Clou der UPB-BHKW: sie können neben Erdgas auch die wesentlich schwierigeren Sondergase wie Bio-, Deponie- und Klärgase zur Energiegewinnung verfeuern.

Wie das Rigaer Wirtschaftsblatt Dienas bizness berichtet, hätten lettische Fachkräfte nun die erste Anlage fertiggestellt: mit einem Motor aus der Schweiz und einem italienischen Generator absolviere sie dieser Tage erfolgreich ihren Testbetrieb. In der für cirka 3 Mio. eingerichteten Montagehalle in Liepaja sollen bis Ende des Jahres weitere 50 bis 60 BHKW für den deutschen Markt zusammengebaut werden. Geliefert werden die Anlagen in zwei verschiedenen Ausführungen - mit verstärktem Schallschutz zum Einbau in Gebäude, oder als Container-Version für den Einsatz in landwirtschaftlichen Betrieben (7. April).
 
UPB Energy in Liepaja
 Montage von Blockheizkraftwerken für Europa:
UPB Energy Latvija in Liepaja

Copyright Bildmaterial: UPB GmbH Berlin.

-OJR-


 

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