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Münster, 17.8.2018
Liepājas Metalurgs: Aktionäre blockieren weiterhin staatliche Rettungsbemühungen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 22. August 2013 um 00:00 Uhr

Andris VilksZu Wochenbeginn meldeten lettische Medien, dass die Kapitaleigner des Stahlproduzenten Liepājas Metalurgs zur Übergabe ihrer Aktien an die Gläubigergruppe bereit seien. Doch diese Nachricht erwies sich als Ente. Premier Valdis Dombrovskis und Finanzminister Andris Vilks verlautbarten am 20.8.13, dass mit den Aktionären keine Einigung erzielt wurde und kritisierten deren Verhalten scharf.

Finanzminister Andris Vilks ist über das Verhalten der Metalurgs-Aktionäre empört, Foto: Saeima, Lizenz

 

Enteignung nicht möglich

Seit Jahresbeginn macht Liepājas Metalurgs unrühmliche Schlagzeilen. Das größte Unternehmen der Hafenstadt kann seine Rechnungen und Kreditraten nicht mehr bezahlen. Jüngst musste aus dem Staatsbudget eine Kreditsumme in Höhe von 67.465.056 Euro an die italienische UniCredit überwiesen werden. Eine Vorgängerregierung hatte die staatliche Bürgschaft für Metalurgs übernommen. Die Gläubigergruppe, neben der Regierung gehören mehrere Banken und Lieferanten dazu, fordern von den Mehrheitseignern Sergejs Zaharjins und Iļja Segals die Übertragung ihrer Aktien für einen Lats. Doch laut Aussage des Finanzministers Vilks verweigerten die Aktionäre die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und stellten unanehmbare Forderungen. Die Besitzer hätten ihr Verhalten nicht geändert und die Zukunft der Firma interessiere sie nicht. Sie klammerten sich an den unwahrscheinlichen Fall, dass sich unter ihrer Führung doch noch ein Investor finde. Die Uneinsichtigkeit der Aktionäre bedroht die Pläne der Regierung, Metalurgs zu sanieren, Vilks wirft ihnen eine Täuschung der Öffentlichkeit vor: „Die Investoren erwarten, dass diese Aktien ausgehändigt werden, damit in der Fabrik die Arbeit aufgenommen werden kann. [...] Die Frage ist, ob die Aktionäre weiterhin den Versuch vortäuschen, das Unternehmen retten zu wollen, denn es ist inakzeptabel, dass die Aktionäre nach wie vor die Gesellschaft zum Narren halten, sich mit großen Lügen proaktiv hervortun.“ Eine Zusammenarbeit sei mit Zaharjins und Segals nicht möglich. Ähnlich kritisch äußerte sich Premier Valdis Dombrovskis in der Fernsehsendung „900 sekundes“ vom 21.8.13. Er warf den Aktionären vor, dass sie tricksten. Dombrovskis wies darauf hin, dass der Staat nicht die Möglichkeit habe, die Aktionäre zu enteignen. Das sei zwar in der Saeima erwogen worden, doch der nationalkonservative Koalitionspartner VL-TB/LNNK habe eine solche Gesetzesnovelle blockiert. Die Übergabe der Aktien an die Gläubiger wäre eine Voraussetzung für die Rettungspläne der Insolvenzverwalter.

 

Weiterer LP-Artikel zum Thema:

Lettischer Stahlproduzent Liepājas Metalurgs in Zahlungsschwierigkeiten

 

Externe Linkhinweise:

ir.lv: Vilks: "Liepājas metalurga" akcionāri nav nodevuši akcijas

tvnet.lv: Premjers: Liepājas metalurga akcionāri publiski blefo

 

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