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Münster, 24.11.2017
Deutscher Baumarkt kommt nach Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Dienstag, den 17. Oktober 2006 um 19:03 Uhr
Von einem Schicksalfluß zum anderen, vom deutschen Rhein zur lettischen Daugava kam der Top-Manager eigens geeilt, doch was er im fernen Riga erblickte, erfüllte ihn offensichtlich mit Wohlgefallen. So kündigte denn Manfred Kummetz aus der Geschäftsführung der BAUHAUS GmbH & Co. KG Anfang Oktober auch postwendend an, demnächst werde die Baumarkt-Kette ihr erstes Fachzentrum in Lettland eröffnen.
 
Dazu habe man bereits mit Linstow Center Management, der Betreiberin des Shopping-Centers Alfa im Nordosten Rigas, den entsprechenden Vertrag geschlossen und auf dem Arreal der ehemaligen Halbleiter-Fabrik das erforderliche Gelände erworben. Dort soll ein BAUHAUS-Spezialität entstehen: ein sogenanntes "Drive-in"-Geschäft  - das heißt, der Kunde kann mit seinen Kraftwagen gleichsam bis zu Regal vorfahren und von dort aus direkt einladen; wer schon einmal Zementsäcke oder Fliesen gewuchtet hat, dürfte diesen Komfort gewiß zu schätzen wissen...

 

Insgesamt werden diesem Bereich große Wachstumschancen eingeräumt. Weiterhin ungebrochen ist einerseits nämlich der Drang vieler Letten, sich nach den Jahren sowjetischer Tristesse in Gemeinschaftswohnungen oder Plattenbauten ein Eigenheim zu gönnen. Andererseits motivieren die rasant steigenden Baukosten zu vermehrter Eigenleistung. Dem kommt auch eine aus sozialistischer Not geborene Tugend entgegen: dank des seinerzeits notorischen Handwerkermangels wären nicht wenige Balten heute in der Lage, aus dem Stand und ohne dreijährige Fachausbildung eine Mehrfachprüfung für Elektriker, Schreiner und Maurer locker zu bestehen.

 

Ähnlich sieht es im übrigen auch M. Kummetz, der dem Kollegen vom Wirtschaftsblatt Dienas bizness in den Block diktierte: "Der Markt im Baltikum wächst sehr rasch, weshalb wir uns entschlossen haben, nach Lettland zu kommen". Man habe sogar schon ein zweites Fachzentrum in Riga ins Auge gefaßt, und ein weiteres - in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Die Frage, ob BAUHAUS denn auch in die lettische Provinz zu expandieren gedenke, verneinte der Manager allerdings: da würden die Umsätze nämlich nicht stimmen.

 

Als nächstes seien jetzt die Spezialisten von der Planungsabteilung des Unternehmens am Zuge: sie sollen bis Ende 2006 erste Berechnung über die Baukosten der ersten Niederlassung in Lettland anstellen (Dienas bizness, 13. Oktober).

 

BAUHAUS, der "Spezialist für Werkstatt, Haus und Garten", betreibt mit über 12 000 Mitarbeiter europaweit über 185 Fachcentren. Angeboten werden mehr als 120 000 Produkte in 15 Fachabteilungen (Angaben für 2006). Der Umsatz lag 2002 bei insgesamt 2,4 Milliarden Euro, Tendenz steigend; damit gehört das Unternehmen zu den Top 500 in Deutschland.

 

Weitere Infos: http://www.bauhaus.info

 

 

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