logo
Münster, 26.3.2019
AHK-Konjunkturumfrage: Estland, Lettland, Litauen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 21. April 2016 um 00:00 Uhr

Baltische Staaten überzeugen deutsche Investoren

Rigas HafenPR-Text der Deutsch-Baltischen Handelskammer (AHK)

Ob Estland, Lettland oder Litauen – deutsche Investoren geben der baltischen Region gute Noten. Die große Mehrheit der dort ansässigen Unternehmen mit deutscher Beteiligung bewerten die baltischen Standorte besser als andere mittel- und osteuropäische Nachbarn. Knapp neun von zehn Unternehmen würden sich wieder für ihren Investitionsstandort entscheiden. Das belegt die jüngste Konjunkturumfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer (AHK) aus dem Frühjahr 2016, die im Rahmen einer internationalen Umfrage in Mittel- und Osteuropa (MOE) stattfand. Antworten lieferten die in Estland, Lettland und Litauen tätigen Mitgliedsunternehmen der Auslandshandelskammer.

Rigas Hafen, Foto: CC BY-SA 2.5, https://lv.wikipedia.org/w/index.php?curid=90080

 

„Besonders erfreulich ist das langjährige Bekenntnis unserer Mitglieder zu den baltischen Staaten“, kommentiert AHK-Präsident Thomas Schöllkopf: „86 Prozent der dort tätigen deutschen Unternehmen würden ihren Standort wieder wählen – ein Wert, der in den vergangenen Jahren konstant geblieben ist. Das zeigt uns, dass Estland, Lettland und Litauen attraktiv für langfristige Investitionsprojekte sind.“ Auch der Vergleich zu anderen Standorten in Mittel- und Osteuropa unterstreicht die Zufriedenheit der Befragten mit den baltischen Staaten. Bei der Benotung der einzelnen MOE-Länder bekamen Estland, Lettland und Litauen Spitzennoten und belegen die Plätze eins bis drei.

Beurteilung der gegenwärtigen Wirtschaftslage (in %)*

 

gut

befriedigend

schlecht

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

30

32

66

62

4

6

Lettland

20

22

66

57

14

21

Litauen

61

58

37

40

2

2

 

Insbesondere die Kriterien Zahlungsdisziplin, Qualifikation der Arbeitnehmer und die akademische Ausbildung schätzen die deutschen Unternehmen als Standortfaktoren der baltischen Staaten sehr. Auch die Rechtssicherheit sowie die Qualität und Verfügbarkeit von Zulieferern bekommen gute Noten. Der Euro ist mittlerweile in allen drei Staaten Zahlungsmittel. „Estland, Lettland und Litauen haben die Maastricht-Vorgaben erfüllt und sind Mitglieder der Eurozone – und das, obwohl sie erst 2004 EU-Mitglieder wurden“, sagt Schöllkopf: „Das ist eine beeindruckende wirtschaftliche Leistung und in Verbindung mit niedrigen Lohnkosten eine äußerst attraktive Chance für deutsche Investoren.“

Beurteilung der Wirtschaftsaussichten im aktuellen Jahr im Vergleich zum Vorjahr (in %)*

 

besser

unverändert

schlechter

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

7

29

75

62

18

9

Lettland

13

53

54

47

33

0

Litauen

40

66

42

28

18

6

 

Im MOE-Vergleich weisen die baltischen Staaten rundum Spitzennoten auf. Die deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in den MOE-Staaten haben ihre Mitglieder im gleichen Befragungszeitraum um die Benotung der dortigen Standortfaktoren gebeten. Die baltischen Staaten liegen in nahezu allen Kategorien weit oben. Lediglich die Note für das litauische Arbeitsrecht verfehlt knapp den MOE-Durchschnitt, da die derzeitigen Vorschriften von Arbeitsbeziehungen die Schaffung neuer Arbeitsplätze behindern – so die Kritik der dortigen deutschen Unternehmen. Das litauische Parlament sitzt gerade an entsprechenden Reformentwürfen.

Beurteilung der gegenwärtigen Lage in der eigenen Branche (in %)*

 

gut

befriedigend

schlecht

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

25

32

61

59

14

9

Lettland

18

24

71

57

11

19

Litauen

51

55

47

39

2

6

 

Insgesamt 90 Prozent in Estland, 88 Prozent in Lettland und 94 Prozent in Litauen zeigen sich mit der aktuellen Wirtschaftslage zufrieden. Damit bewerten die vor Ort aktiven deutschen Unternehmen bereits im sechsten Jahr in Folge mit mehrheitlich gut oder zufriedenstellend. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise 2008/09 vermeldet die Region Erfolge: Laut Eurostat haben sowohl Estland als auch Litauen bereits 2014 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. 2015 wuchs die Wirtschaft um weitere 1,9 bzw. 1,7 Prozent. Lettland, dessen Wirtschaft 2008/2009 den stärksten Einbruch erlitt, konnte 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent die Folgen der Krise ebenfalls endgültig überwinden.

Erwartete weitere Entwicklung in der eigenen Branche im aktuellen Jahr (in %)

 

besser

unverändert

schlechter

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

18

24

71

64

11

12

Lettland

16

42

59

45

25

13

Litauen

36

45

52

45

12

10

 

Für das aktuelle Jahr veröffentlichten die Wirtschaftsanalysten der EU-Kommission erneut Prognosen über dem EU-Durchschnitt. Die Experten erwarten für Estland ein Wachstum von 2,1 Prozent, für Litauen und Lettland von 2,9 und 3,1 Prozent. Diese positiven Aussichten teilen auch die deutschen Unternehmen vor Ort. 28 Prozent der Befragten aus Estland und 26 Prozent aus Lettland sind davon überzeugt, dass sich die Wirtschaftslage im laufenden Jahr weiter verbessern wird. Im Frühjahr 2015 zeigten sich die Befragten mit 7 und 13 Prozent deutlich verhaltener. In Litauen zeigt sich wie im Jahr zuvor sogar ein noch positiveres Bild. Hier liegt der Anteil derer, die eine weitere Verbesserung der Lage erwarten, bei 52 Prozent und stieg damit um 12 Prozentpunkte. In allen drei Ländern erwartet die große Mehrheit der Befragten ein gutes Wirtschaftsjahr.

Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage des eigenen Unternehmens (in %)*

 

gut

befriedigend

schlecht

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

43

50

53

44

4

6

Lettland

29

50

69

45

2

2

Litauen

68

72

32

28

0

0

 

Die Stimmung für die Lage des eigenen Unternehmens ist ebenso optimistisch – ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren bestätigt hat. Mit 97 Prozent sowohl für Estland als auch für Lettland und 96 Prozent für Litauen bewerten fast alle Befragten die gegenwärtige Lage des eigenen Geschäfts als gut oder zufriedenstellend. Auch das Vertrauen in die Zukunft ist stark. Nur vereinzelt erwarten Befragte für das Jahr 2016 eine Verschlechterung ihrer eigenen Geschäftslage. Hingegen rechnen in Lettland zwei von drei Befragten mit einer Verbesserung, in Litauen ist es jeder Zweite, in Estland immerhin 41 Prozent.

Erwartete Entwicklung der Geschäftslage des eigenen Unternehmens im aktuellen Jahr (in %)*

 

besser

unverändert

schlechter

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

39

44

54

50

7

6

Lettland

49

58

37

32

14

10

Litauen

47

57

42

38

11

5

 

35 Prozent der Befragten in Lettland und 47 Prozent in Litauen rechnen im laufenden Jahr mit steigenden Investitionen. In Estland planen mit 43 Prozent dreimal so viele Befragte wie im Frühjahr 2015 höhere Ausgaben – im Vorjahr lag der Anteil nur bei 15 Prozent. Die befragten deutschen Unternehmen in der baltischen Region gehen im laufenden Jahr mehrheitlich von mindestens gleichbleibenden Investitionen aus. 2014 lag der Anteil deutscher Unternehmen an den ausländischen Direktinvestitionen in Litauen bei 9,2 Prozent, in Lettland bei 5,6 Prozent und in Estland bei 1,9 Prozent.

 

Erwartete Entwicklung der Umsätze im aktuellen Jahr (in %)

 

steigend

gleich

bleibend

sinkend

 

2015

2014

2015

2014

2015

2014

Estland

50

59

36

29

14

12

Lettland

49

68

32

18

19

14

Litauen

65

68

28

23

7

9

 

*Alle statistischen Daten: AHK

Die Ergebnisse der Auswertung sind auf der Webseite der AHK frei abrufbar:

www.ahk-balt.org/konjunkturumfrage

 

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||