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Münster, 24.8.2019
Lettische Regierung will Konten für Offshore-Firmen untersagen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 12. April 2018 um 00:00 Uhr

Geldwäsche an der Daugava zukünftig verboten

Panama-City"Wir sind näher als die Schweiz," so warb die lettische Parex-Bank in den 90er Jahren in russischen Medien. Das war eine Einladung für alle unehrlichen Kapitalanleger, die Geld vor dem Fiskus auf einem Konto jenseits der Grenze verbergen wollten, also dort, wo die Besteuerung gering und die Kontrollen lax waren. Kurz nach der Unabhängigkeit zählte man in Lettland 67 Banken. Die Kunden kamen häufig aus anderen Ländern. Sie besaßen mehr als die Hälfte aller Geldeinlagen. Es war ein Geschäft mit Risikoklienten und unsicherem Ausgang. Die Parex-Bank stand Ende 2008 vor der Pleite. Sie galt als systemrelevant, musste mit Steuermilliarden `gerettet` werden. Die lettische Wirtschaft geriet nach der Bankenkrise der 90er Jahre abermals in eine schwere Rezession. Der Versuch lettischer Politiker, Banker und Lobbyisten, mit Offshore-Inseln um anrüchiges Geld zu konkurrieren, ist gescheitert. Jetzt zieht die Regierung die Konsequenz. Noch in diesem Monat will sie ein Gesetz durch das Parlament bringen, das lettischen Bankern verbietet, für Offshore-Firmen Konten einzurichten.

Das Bankenviertel von Panama-City - Es wurde durch die Panama-Papers und als Sitz von Offshore-Firmen, die auch mit Lettland Geschäftsbeziehungen unterhalten, bekannt, Foto: Von Dronepicr - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link

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Lettland: ABLV-Aktionäre beantragen die Insolvenz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 01. März 2018 um 05:26 Uhr

Folgen der Bankpleite noch nicht absehbar

ABLV-EingangsschildNachdem die US-Behörde FinCEN der ABLV u.a. vorgeworfen hatte, an der Finanzierung des nordkoreanischen Raketenprogramms beteiligt zu sein (LP: hier), will die drittgrößte lettische Bank nun einen Insolvenzantrag stellen. Die Bank verzeichnete nach eigenen Angaben einen Geldabfluss von 600 Millionen Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) erachtet die Rigaer ABLV-Zentrale und deren Luxemburger Filiale als "ausfallend" oder "wahrscheinlich ausfallend" und überlässt die Abwicklung den nationalen Finanzbehörden (bundesbank.de). Die lettische Finanzaufsicht FKTK begrenzte am 19. Februar 2018 die Geschäftstätigkeit der Bank (fktk.lv), deren Einlagen überwiegend von "Hochrisikoklienten" stammen, also von Kunden, die in Offshore-Geschäfte und Geldwäsche verwickelt sein könnten. Die Folgen für die lettische Wirtschaft sind noch nicht abzuschätzen.

Unauffälliges Eingangsschild der ABLV-Zentrale an einem Patrizierhaus in der Rigaer Elizabetes iela, Foto: LP

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Vorübergehende Festnahme des Präsidenten der lettischen Nationalbank Ilmars Rimsevics PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 20. Februar 2018 um 19:10 Uhr

Unübersichtliches Gerangel auf dem lettischen Finanzmarkt

Ilmars RimsevicsGegen den Präsidenten der lettischen Nationalbank (Latvijas Banka) und Ratsmitglied der EZB, Ilmars Rimsevics, ermittelt die lettische Anti-Korruptionsbehörde KNAB. Nach einem Auslandsaufenthalt hatte Rimsevics am 17. Februar 2018 gleich das Büro der KNAB-Fahnder aufgesucht. Dort wurde er für 48 Stunden festgenommen, dann nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen. Die Ermittler hatten zuvor sein Privathaus und seinen Arbeitsplatz durchsucht. Sie werfen dem Zentralbank-Chef vor, mindestens 100.000 Euro Bestechungsgeld angenommen zu haben. Eine lettische Bank sei nicht involviert. Zur gleichen Zeit nahm KNAB den Unternehmer Maris Martinsons fest, ob ein Zusammenhang besteht, ist bislang unklar. Rimsevics wies am 20. Februar 2018 auf einer Pressekonferenz die Vorwürfe zurück. Derweil spekulieren die lettischen Medien über die Gründe der KNAB-Aktion und gestatten Einblicke in ein unübersichtliches Gerangel zwischen den Akteuren auf dem lettischen Finanzmarkt mit wechselseitigen Klagen und Beschuldigungen.

Ilmars Rimsevics, Foto: Ernests Dinka, Saeimas Kanceleja - https://www.flickr.com/photos/saeima/8496969455, CC BY-SA 2.0, Saite

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