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Münster, 04.8.2020
Fünf Jahre Euro in Lettland: Für Ministerpräsident Maris Kucinskis eine Erfolgsgeschichte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Der Druck auf ärmere Staaten, die Löhne zu erhöhen

Maris KucinskisAm 1. Januar 2014 wurde Lettland Mitglied der Eurozone. Für den noch amtierenden Premier Kucinskis (nach den Parlamentswahlen im Oktober sind die Koalitionsverhandlungen noch nicht abgeschlossen) ist das eine Erfolgsgeschichte. Als solche beschrieb er den Euro auf der Jubiläumskonferenz der Europäischen Kommission, die am 7. und 8. Januar in Riga stattfand und zu der Kucinskis` Vorvorgänger im Amt, der jetzige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis, internationale Gäste geladen hatte (lsm.lv). Trotz der lobenden Worte wies Kucinskis auch auf Probleme hin: Mangelnde Investitionen in die lettische Wirtschaft und den Druck auf die Regierungen ärmerer Länder, die Löhne und Gehälter zu erhöhen. Es folgt eine Erörterung seiner Argumente mit kommentierenden Ergänzungen.

Der noch amtierende Ministerpräsident Maris Kucinskis, Foto: Saeima - 10. Saeimas deputāts Māris Kučinskis, CC BY-SA 2.0

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8. November: 10. Jahrestag der Parex-Bank-Rettung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. November 2018 um 00:00 Uhr

Wie die lettische Regierung Bankschulden verstaatlichte

Parex-Bank-FilialeIm Herbst 2008 befürchteten die Regierungen eine weltweite Pleitewelle unter den Banken und in deren Folge den Zusammenbruch der Geldwirtschaft. Nur Lettland schien zunächst außen vor. Ein Vertreter der staatlichen Finanzaufsicht FKTK hatte der Öffentlichkeit versichert, dass das lettische Kreditsystem so simpel sei wie Haushaltsseife. Daraus ließ sich folgern, dass die hiesigen Banker am spekulativen Derivatehandel nicht beteiligt gewesen wären. Das war ein Irrtum, wie sich nach der Lehman-Pleite herausstellte. Valerijs Kargins und Viktors Krasovickis, die Mehrheitseigner an den Aktien der Parex-Bank, damals eines der größten Kreditinstitute des Landes, baten im Oktober 2008 um einen Termin beim Ministerpräsidenten Ivars Godmanis. Sie verlangten staatliches Geld, um die Pleite abzuwenden. Zunächst zögerte der Regierungschef, doch schließlich stimmte er auf Anraten der Lettischen Zentralbank zu: Am 8. November 2008 kaufte die Regierung für 2 Lats (2,85 Euro) eine 51-Prozent-Beteiligung an der Parex-Bank – und handelte damit dem Staat einen Haufen Schulden ein. Der Crash hatte mittelbar für die Bürger Insolvenzen, Lohnkürzungen und Erwerbslosigkeit zur Folge. Kargins und Krasovickis hingegen konnten sich der Schulden unmittelbar entledigen und kassierten eine Weile weiter Zinsen in Millionenhöhe - aus ihren privaten Einlagen in der staatlich geretteten Bank.

Ehemalige Parex-Bank-Zentrale in der Rigaer Innenstadt, Foto: LP

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Lettland: Nominale Lohnsteigerungen um 8,4 Prozent PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 01. September 2018 um 00:00 Uhr

Aber westeuropäisches Lohnniveau ist noch weit entfernt

GewerkschaftsprotesteDie lettischen Löhne und Gehälter sind von Juni 2017 bis Juni 2018 deutlich gestiegen. Das ermittelten die Mitarbeiter des lettischen Zentralamts für Statistik, CSB. Durchschnittlich beträgt ein monatliches Brutto-Gehalt nun 1004 Euro für eine Vollzeitstelle, davon blieben netto 743 Euro. Das entspricht einem nominalen Brutto-Lohnzuwachs von 8,4 Prozent innerhalb eines Jahres (der reale Netto-Lohnzuwachs abzüglich Inflation betrug 7,4 Prozent). In der privaten Wirtschaft wurden 991 Euro, im öffentlichen Dienst 1035 Euro Brutto-Durchschnittslohn erreicht, in den gesondert aufgeführten vom Staat kontrollierten Kapitalgesellschaften 984 Euro (csb.gov.lv). Allerdings wird in den einzelnen Branchen und je nach Region recht unterschiedlich verdient. Experten sagen ein baldiges Ende des Lohnbooms voraus.

Proteste der Lehrergewerkschaft LIZDA gegen niedrige Löhne, Foto: LIZDA

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