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Münster, 23.3.2017
EU-Sanktionspolitik und russische Wirtschaftskrise treffen auch lettische Fischverarbeiter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Hafen VentspilsKurz vor Weihnachten erfuhren 402 Beschäftigte des Ventspils Fischkonserven-Kombinats/ Ventspils zivju konservu kombināts (VZKK) eine wenig frohe Botschaft: Ab Januar 2015 werden sie nicht mehr gebraucht. Hauptsächlich konservieren sie Fisch für russische Kundschaft. Doch nun verleidet er Ost-West-Konflikt die Geschäfte. Die russische Regierung hat auf westliche Sanktionen mit einem Lebensmittel-Embargo reagiert. Lettische Milchbauern sind davon betroffen. Sie erleiden hohe Einbußen, weil ihre Milch und Milchprodukte nicht mehr über die russische Grenze gebracht werden dürfen. Aber das VZKK konnte weiterhin die beliebten geräucherten Sprotten oder Brätlinge in Tomatensoße zum russischen Verbraucher liefern. Die Webseite der Firma präsentiert ihre Produkte gleich mit kyrillischen Aufschriften. Nun trifft die russische Wirtschaftskrise auch die lettischen Fischverarbeiter. VZKK-Vorstandsmitglied Ingus Klindžāns begründete am 18.12.2014 der Nachrichtenagentur Leta die Massenentlassung mit Absatzproblemen. Er gestand die Abhängigkeit vom russischen Markt ein. 70 Prozent aller Ventspilser Fischexporte enden in russischen Regalen. Jetzt wollen die VZKK-Chefs die Produktion drastisch drosseln. Ab Januar sollen nur noch 80 Mitarbeiter Fisch einlegen und verpacken. Klindžāns nennt als Hauptgrund den Rubelverfall.

Die Hafenausfahrt von Ventspils, die Stadt ist auf Geschäfte mit Russland angewiesen, Foto: Algirdas auf Wikimedia Commons

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Streit zwischen Ryanair und dem Rigaer Flughafen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. November 2014 um 13:42 Uhr

Am 11.11.2014 reichten vier von fünf Vorstandsmitgliedern des Rigaer Flughafens, unter ihnen der Vorsitzende Aldis Mūrnieks, bei Verkehrsminister Anrijs Matīss ihr Rücktrittsgesuch ein. Ministerium und Flughafenleitung waren sich u.a. uneins in der Frage, wie mit Ryanair zu verhandeln ist. Im März 2015 endet der zehn Jahre alte Vertrag mit dem Flugdiscounter. Diese Vereinbarung kam in der Zeit zustande, als der umstrittene Geschäftsmann und Politiker Ainārs Šlesers Verkehrsminister war. Ryanair ist ein Problem für öffentliche Entscheidungsträger. Einerseits ist dieser Anbieter bei Passagieren beliebt, weil sie die billigen Tickets schätzen. Seit die Iren Riga anfliegen, haben sich die Fluggastzahlen vervielfacht. Davon profitiert die lettische Wirtschaft (zulasten der Umwelt). Doch für den Rigaer Flughafen ist es ein Verlustgeschäft. Letztlich subventioniert der Steuerzahler diese Billigflüge. Die Rabatte, die Ryanair aushandelte, benachteiligt konkurrierende Unternehmen. Unter anderem streitet die staatliche Air Baltic, die in Riga ihren Sitz hat, mit den Flughafenbetreibern vor Gericht. Die Ryanair-Manager beharren dennoch auf ihren Preisnachlässen und drohen Riga zu verlassen. Gegenüber dem Lettischen Radio beklagen Flughafenmitarbeiter den aggressiven Verhandlungsstil der Iren. Die Leitung des Rigaer Flugbetriebs ist in der Zwickmühle. Das lettische Kartellamt bestrafte sie am 21.2.2012 mit 50.000 Lats (71.136 Euro), weil sie den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung Ryanairs fördere. Dies verstoße gegen das EU-Wettbewerbsrecht. Danach forderten die Flughafenchefs von den Iren mehr Gebühren. Diese zahlten aber nicht, zogen statt dessen mit einer Millionenklage vor das Londoner Schiedsgericht und erhielten recht. Von der bereits neu eingesetzten Führung verlangt der Verkehrsminister öffentlich, Ryanair unbedingt in Riga zu halten. Das dürfte die Verhandlungsposition der neuen Flughafenchefs schwächen.

Der Flughafen Riga vergrößerte sich auch dank Ryanair - doch die Iren verursachen Verluste, Foto: MOs810 auf Wikimedia Commons, Lizenz

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Lettland: Landwirtschaftsminister Jānis Dūklavs will Afrikanische Schweinepest mit Massenschlachtungen bekämpfen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 31. Juli 2014 um 00:00 Uhr

Schweine in engen MetallställenFür Menschen ist sie ungefährlich, doch für Schweine bedeutet diese sich rasch verbreitende Infektion fast immer den Tod. Von der afrikanischen Variante der Schweinepest war Europa bislang eher selten betroffen. Zu Beginn des Jahres 2014 wurden in Polen und Litauen Wildschweine beobachtet, die von dieser Krankheit befallen waren. Am 26.6.2014 stellte man erstmals auf lettischem Territorium bei drei Wildschweinen diese Infektion fest. Die Medien weisen darauf hin, dass die Tiere stets in der Nähe zur weißrussischen Grenze gefunden wurden. Sabotagevermutungen, die Journalisten in ihren Fragen äußerten, sind aber pure Spekulation. Das lettische Parlament hat am 2. Juli viele Gemeinden der ostlettischen Region Lettgallen zum Ausnahmegebiet erklärt, drei Wochen später wurde diese Zone erweitert. In diesen Gebieten hat der Lebensmittel- und Veterinärdienst ungehinderten Zugriff auf die Schweineställe. Bislang stellten lettische Veterinäre die Afrikanische Schweinepest bei 30 Wildschweinen und 28 Hausschweinen fest, 198 Hausschweine wurden bereits getötet. Diese Zahl wird sich in den nächsten Wochen drastisch erhöhen. Landwirtschaftsminister Jānis Dūklavs plant, etwa 40.000 Schweine in der betroffenen Zone zu töten.

Hausschweine in der sogenannten "Intensivtierhaltung", Foto: Tierrechtsinitiative Maqi auf Wikimedia Commons, Lizenz

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