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Münster, 23.3.2017
Lettischer Stahlproduzent Liepājas Metalurgs in Zahlungsschwierigkeiten PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 03. August 2013 um 00:00 Uhr

Baustelle mit MoniereisenWer mit dem Auto von Riga aus die westlettische Stadt Liepāja erreicht, überquert Gleise, auf denen häufig Güterwaggons rollen. Dann führt eine vierspurige Trasse vorbei am Werksgelände des größten baltischen Stahlwerks ins städtische Zentrum bis zum Hafen an der Ostsee. Metalurgs Liepāja (ML) macht die 83.000-Einwohner-Stadt zu einem der wenigen verbliebenen Industriezentren des Landes. Ein Einwanderer, der aus dem westfälischen Schalke stammte, erkannte die günstige Verkehrsanbindung der Hafenstadt und errichtete hier 1883 die erste Werkshalle. Er entwickelte sein Unternehmen zu einem der größten Stahlproduzenten des russischen Imperiums, der zwei Weltkriege, Verstaatlichung und die Umstellung vom Staats- zum Privatbetrieb überstand. Doch seit Anfang des Jahres 2013 ist Metalurgs mit schlechten Nachrichten in den Schlagzeilen. Die Stahlkocher sind zahlungsunfähig. Die Arbeiter, die aus dem Rohstoff Schrott neuen Stahl schmelzen, sind seit Mai beschäftigungslos. Die Webseite von Metalurgs weist auf die schwierige Situation auf dem Weltmarkt hin - gleichzeitig journalistische Berichte zurück, die Streit und Fehler der Geschäftsleitung als Grund nennen. Allerdings ermittelte Ir-Journalistin Anita Brauna ein Geflecht von internen Konflikten und Versäumnissen, die die wirtschaftliche Lage verschlimmerten und eine Rettung von Metalurgs erschweren. Wieder einmal stellt sich für die lettische Regierung die Frage, ob sie mit vielen Millionen des Steuerzahlers ein wichtiges privates Unternehmen vor der Insolvenz retten soll. Der Fall ist ein Lehrstück über die Schwierigkeiten eines kleinen osteuropäischen Landes, sich privates Kapital für notwendige Produktivitätsteigerungen zu beschaffen. Der Steuerzahler bürgt für die Misswirtschaft der privaten Kapitaleigner, die vor der Krise hohe Profite einstreichten.

Metalurgs stellt für Konstruktionen dieser Art den Stahl her, Foto: Argyriou auf Wikimedia Commons, Lizenz

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Lettland, der Konjunktur-Spitzenreiter: Politisieren mit dem BIP-Wachstum PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 17. Juli 2013 um 00:00 Uhr

Rigas ZentralmarktManche Wissenschaftler bezweifeln, ob das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch zeitgemäß ist. Es basiert lediglich auf beliebig verrichtete Arbeit, die bezahlt und staatlich erfasst worden ist. So sind Unfälle in volkswirtschaftlicher Hinsicht ein Segen, denn Reparaturwerkstätten, Ärzte und Bestattungsunternehmer stellen dann Rechnungen aus, die das BIP vermehren. Ob die mechanisch erfasste Summe aller Produkte und Dienstleistungen eines Landes tatsächlich etwas über das Wohlergehen der Bürger aussagt, wird beispielsweise vom Sozialpsychologen Harald Welzer in Frage gestellt. Doch neoklassisch-neoliberale und keynesianische Ökonomen, die sich ansonsten häufig streiten, eint nach wie vor der Glaube an das BIP, das stets wachsen soll. Trotzdem sind ihre Schlüsse aus den Daten unterschiedlich und widersprüchlich. Lettland ist hierfür ein gutes Beispiel: Neoliberale Ökonomen sekundieren der lettischen Regierung und verteidigen die lettische „Erfolgsgeschichte“. Ein Großteil der deutschen Medien propagiert sie ebenfalls. Noch im letzten ARD-Presseclub hielt der Brüsseler Korrespondent Rolf-Dieter Krause den Griechen Estland und Lettland als gelungene Beispiele entgegen, wie die Krise zu bewältigen sei. Keynesianer wie Paul Krugman hingegen, der der Regierung Dombrovskis seit Jahren eine falsche Wirtschaftspolitik unterstellt, lässt sich von fiskalisch guten Daten – Lettland ist in Bezug auf die Maastricht-Kriterien ein Musterschüler – nicht überzeugen. Trotz Abwanderung bleibt die Erwerbslosigkeit hoch und das Lohnniveau mickrig. Eine gewisse Erholung der lettischen Wirtschaft räumt allerdings auch dieser us-amerikanische Nobelpreisträger ein. Die lettische Regierung präsentiert seit letztem Jahr die – prozentual – höchsten BIP-Wachstumsraten der EU. Doch die Bewertung des BIP ist eine Sache der Betrachtung und des gewählten Zeitraums.

Käufer auf dem Rigaer Zentralmarkt, Foto: LP

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Giraffe Visual erhielt den Preis der Deutschen Wirtschaft der deutschlettischen AHK PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 08. Juni 2013 um 00:00 Uhr

Am 6.6.2013 ehrte die Deutsch-Baltische Handelskammer in Riga das lettische IT-Unternehmen Giraffe Visual mit dem Preis der Deutschen Wirtschaft. Diese deutsche Auslandshandelskammer (AHK), die mit den Industrie- und Handelskammern in Deutschland kooperiert, zeichnet jedes Jahr eine Firma aus, die in Lettland produziert bzw. Dienstleistungen anbietet, nun schon zum 15. Mal. In diesem Jahr war das Motto „Junges Unternehmen“. Die Jury lobte damit eine besonders innovative und kreative Firmengründung.

Preisträger und Preisverleiher des Deutschen Wirtschaftspreises, in der Mitte: Staatspräsident Andris Bērziņš, Foto: AHK Riga

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