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Münster, 23.5.2017
1. Mai 2013 - Kein Grund zur Feierlaune - Fast ein Viertel der jungen Letten ist erwerbslos PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 01. Mai 2013 um 00:00 Uhr

Fabrikruine

Fabrikruine in Riga, Foto: LP

Europas Staaten verpflichten ihre Bürger zur Lohnarbeit. Wer sie nicht findet, muss seinen unbedingten Willen bekunden, alle möglichen und unmöglichen Stellen anzutreten. Dies ist die Voraussetzung, um Lohnersatzleistungen zu erhalten. Die unbedingte Pflicht zur Arbeit bereitet Arbeitgebern ein Reservoir von Billigjobbern, die Arbeit unter allen Umständen annehmen müssen. In Lettland verbreiten Arbeitgeberverbände und Medien trotz immer noch hoher Erwerbslosigkeit die Behauptung, zu hohe Sozialleistungen hielten Arbeitnehmer von der Arbeit ab. Lettlands soziale Hängematte reicht aber auf hartem Betonboden herunter. Die Regierung hat die finanzielle Unterstützung der Erwerbslosen den Kommunen aufgebürdet. Diese fördern je nach Kassenlage.  Das Reportage-Web rebaltica.lv berichtet, dass die relativ reiche Kommune Riga im Jahr 2011 erfolglose Jobsucher mit durchschnittlich 279 Lats (379 Euro) monatlich unterstützt hat. Im ländlichen Kreis Sēja erhielten Arbeitslose dagegen nur 38 Lats. Eine rebaltica-Journalistin arbeitete in einer ländlichen Fischkonservenfabrik: Unter beschwerlichen Akkordbedingungen erzielte sie den staatlichen Mindestlohn von 200 Lats nur knapp. Sie berichtete von unzumutbaren Arbeitsbedingungen, falschen Versprechungen, schäbiger Unterkunft und Verpflegung. Solche Zustände sind nur möglich, wenn Stellen fehlen und Arbeitswillige keine Wahl haben. Besonders schwierig ist die Lage für Ältere und Jugendliche, deren Zukunft der Gesellschaft angeblich so wichtig ist. Die Eurostat-Erwerbslosenstatistik verzeichnet im März 2013 einen Antirekord. Einem Großteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird ein Leben mit gesichertem Arbeitsplatz verwehrt. Die lettischen Zahlen ragen in der traurigen Tabelle der Jugendarbeitslosigkeit nicht besonders hervor, wie eine "Erfolgsgeschichte" lesen sie sich aber auch nicht.

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AHK-Konjunkturumfrage 2013: Lettisches Konjunkturklima hellt sich weiter auf PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 18. April 2013 um 00:00 Uhr

Rigaer Markthalle von innen

Auch in diesem Jahr befragte die Deutsch-Baltische Außenhandelskammer (AHK) deutsche Unternehmen, die in Estland, Lettland und Litauen produzieren, Dienste anbieten oder handeln. Die AHK erkundet mit Fragebogen deren Einschätzung der wirtschaftlichen Situation. Wie ist die Lage? Wie prognostizieren sie ihre geschäftliche Zukunft? Seit der Finanzkrise von 2009 zeigt sich der Trend zum Besseren. Die meisten befragten Deutschen sind vom Investitionsstandort in der baltischen Region überzeugt und hoffen auf bessere Geschäfte. Für Lettlandstellen die deutschen Arbeitgeber neue Stellen und höhere Löhne in Aussicht. Allerdings verdeutlicht diese Konjunkturumfrage auch Schwachpunkte: Die Unternehmer vermissen weiterhin Transparenz bei den Ausschreibungen, Steuergerechtigkeit und fordern eine bessere berufliche Qualifikation. Die Euro-Einführung 2014 wird mit großer Mehrheit begrüßt. 37 deutsche Unternehmen, die in Lettland tätig sind, beteiligten sich an der AHK-Umfrage.

Rigaer Markthalle, Foto: LP

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Lettland: Nur 0,3 bzw. 1,8 Prozent Inflation im Februar - Ökonom Pēteris Strautiņš rechnet mit „guter Deflation“ PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 14. März 2013 um 00:00 Uhr

Supermarkt im Rigaer Stadtteil KengaragsWer im Februar einen lettischen Lebensmitteldiscounter aufsuchte, konnte zahlreiche Sonderangebote entdecken. Manche Kunden verharrten lange vor dem Regal, Kauf oder Nichtkauf, das war die Frage. Viele Wohnungseigentümer und Mieter erschreckte in diesem Winter eine deutlich höhere Heizkostenrechnung. Diese war nach dem ungewöhnlich kalten Dezember um bis zu 70 Prozent höher als vor einem Jahr. Viele baten um Zahlungsaufschub. Da blieb für den täglichen Einkauf weniger Geld übrig. Bislang merkt die Mehrheit der Bevölkerung kaum etwas vom propagierten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Löhne sind immer noch niedrig. Auch deshalb heben Geschäftsleute die Preise nur selten, senken sie teilweise sogar. Das Zentralamt für Statistik (Centrālās statistikas pārvalde, CSP) veröffentlichte am 8.2.13 die aktuellen Zahlen. Manches entwickelt sich bereits deflationär. Die Ökonomen haben unterschiedliche Ansichten darüber, ob diese niedrige Inflationsrate sich gut oder schlecht auswirkt. DNB-Experte Pēteris Strautiņš prophezeit die „gute Deflation“.

Supermarkt im Rigaer Stadtteil Ķengarags, Foto: LP

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