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Münster, 23.4.2017
Latvijas Krājbanka: Lettland hat eine neue Krachbank PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 25. November 2011 um 22:59 Uhr

Krajbanka-AutomatBritische Polizisten nahmen am 24.11.11 Wladimir Antonow und Raimondas Baranauskas fest. Die litauische Regierung hatte einen internationalen Haftbefehl ausgestellt. Sie wirft den beiden Inhabern der Snoras-Bank vor, dass sie mit betrügerischen Machenschaften und gefälschten Dokumenten ihr Geldinstitut in die Pleite wirtschafteten. Die Banker kamen am nächsten Tag erst einmal gegen Kaution frei. Der jüngste Bankenkrach ruiniert auch Latvijas Krājbanka. Der lettische Staat veräußerte sie seit 1997 nach und nach. Nun ist sie eine Tochter dieser litauischen Privatbank. Die Zahlungsunfähigkeit der Krājbanka erreicht offenbar nicht die Dimension der Parex-Krise, die den lettischen Staat 2008 an den Rand des Bankrotts trieb. Antonows lettische Filiale rangiert lediglich auf Platz 9 der größten lettischen Banken. Dennoch ist dies ein Rückschlag in der wirtschaftlichen Erholung des Landes. Abermals muss die lettische Regierung Geld bereitstellen, um die Spareinlagen und Gehaltskonten der Kunden abzusichern. Diese standen am Wochenbeginn erst einmal ratlos vor gesperrten Geldautomaten. Die Folgen für die lettische Wirtschaft sind noch nicht abzusehen. Die Rigaer Fluggesellschaft airbaltic ist Kunde der Snoras-Bank. Pietiek.com berichtete, dass die lettische Regierung erwägt, einen Millionenauftrag für neue Eisenbahnzüge zu stornieren. (Inzwischen dementieren Regierung und die Waggonbau-Manager, dass Fabrik und Vertrag gefährdet seien). Die Vorsitzende des lettischen Arbeitgeberverbandes, Līga Menģelsone, warnte, dass zahlreiche Firmen, deren Krājbanka-Konten gesperrt sind, nun selbst zahlungsunfähig werden könnten. Auch zahlreiche Kommunen haben Einlagen in der lettischen Traditionsbank, die 1924 gegründet wurde und zuletzt über 900 Mitarbeiter beschäftigte.

Die Krājbanka-Automaten geben kein Geld mehr her, Foto: LP

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Konjunkturumfrage der Auslandshandelskammern: Deutsche Unternehmer in Lettland hoffen auf neuen Aufschwung PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 24. Juni 2011 um 00:00 Uhr

SchellschmidtDie Deutsch-Baltische Handelskammer, die deutsche Unternehmer in Estland, Litauen und Lettland vertritt, beteiligte sich auch in diesem Jahr an der Konjunkturumfrage deutscher Wirtschaftskammern, die in Mittel-Ost-Europa tätig sind. Die fast tausend befragten deutschen Unternehmer bewerten jährlich ihren ausländischen Wirtschaftsstandort und die dortigen Aussichten für ihre Firma. 37 Befragte, die in Lettland Geschäfte machen, beurteilen die Lage verhalten optimistisch. Nach dem heftigen Einbruch der lettischen Konjunktur in den Jahren 2008 und 2009 scheint die Talsohle verlassen. Ob in Zukunft wieder bessere Geschäfte zu erwarten sind, bleibt aber noch ungewiss. Bestünde Lettlands Ökonomie aus einem großen Fass des einheimischen schwarzen Kräuterlikörs Balzams, so wäre dieses für die einen halb voll, für die anderen halb leer.

Maren Diale-Schellschmidt gehört zum geschäftsführenden Vorstand der deutschbaltischen Auslandshandelskammer, Foto: ahk-balt.org

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. Juni 2011 um 11:01 Uhr
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Lettland: 4 Prozent Inflation im Februar 2011 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. März 2011 um 05:06 Uhr

Markthalle in RigaDem lettischen Supermarktkunden bot sich in den letzten Wochen ein Shopping-Erlebnis der besonderen Art: Die verordneten Gehaltskürzungen haben seine Geldbörse merklich geschmälert. Dennoch steigen die Preise, denn die hängen vom Weltmarkt und nicht von der lauen lettischen Kaufkraft ab. 2009 bedingte die gesunkene Nachfrage noch Deflation, 2010 kaum Inflation, aber im Februar 2011 berechneten die staatlichen Statistiker bereits wieder vier Prozent Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Preistreiber sind bekannt. Nervöse Händler und euphorische Spekulanten verlangen Preisaufschläge nach Unruhen und Naturkatastrophen. Höhere Öl- und Benzinpreise verteuern auch in Lettland das Fahren und Heizen. Die Ärmeren dürften vor allem die Preissprünge bei Grundnahrungsmitteln treffen. Ob Kohl, Kartoffeln oder Möhren: Gerade bei Zutaten für das alltägliche Essen wechselten regelmäßig die Preisetiketten. Der Normalpreis des letzten Jahres ist das Sonderangebot von heute. Doch wieso liegt die lettische Inflation bereits wieder so hoch? Für den Euroraum prognostizierten die Eurostat-Statistiker einen maßvolleren Anstieg von 2,4 Prozent. Offensichtlich gibt es besondere Gründe, weshalb den Letten tiefer in die Taschen gegriffen wird.

Halle des Rigaer Zentralmarkts, Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 13. März 2011 um 06:35 Uhr
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