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Münster, 21.8.2017
Lettland: airBaltic fliegt noch in der Verlustzone PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 07. März 2012 um 11:35 Uhr

Airbaltic-MaschineDie lettische Fluggesellschaft airBaltic flog 2011 mit Verlusten, der ehemalige Wirtschaftsminister Artis Kampars warnte im letzten Jahr, dass sie kurz vor der Pleite stehe. Ihr neuer Chef Martin Gauss, der wie sein Vorgänger ein Deutscher ist, nannte der lettischen Presse am 6.3.12 den Betrag von 77 Millionen Lats (110 Millionen Euro), der im Vorjahr in der Kasse gefehlt habe. Die Steuerzahler müssen für die Schulden aufkommen, denn airBaltic ist zu 99,8 Prozent in staatlichem Besitz. Das lettische Verkehrsministerium hatte von der bankrotten Bank Latvijas Krājbanka Anfang Dezember die Aktien des privaten Anteilseigners Baltijas Aviācijas sistēmas (BAS) für 224.453 Lats (320.699 Euro) übernommen. Die BAS gehörte dem damaligen airBaltic-Chef Bertold Flick. Seine Privatfirma war mit 47,2 Prozent am Flugunternehmen beteiligt. Die lettische Regierung zerstritt sich mit Flick, weil er unter anderem fragwürdige Geschäftskontakte zum Pleitebanker Vladimir Antonov unterhielt und keine Zahlen über die Verluste der in Riga beheimateten Fluggesellschaft nennen wollte. Gauss legte der Regierung einen Sanierungsplan vor. AirBaltic soll bis 2014 in die Gewinnzone zurückfliegen. Die lettische Kartellbehörde verlangt derweil von den Rigaer Flughafenbetreibern eine Geldbuße, weil sie den airBaltic-Konkurrenten Ryanair gegen geringere Gebühren abfertigen und damit den Wettbewerb verzerren.

Eine Boeing-Maschine von airBaltic, Foto: Teraudz77 auf Wikimedia Commons

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Eine Zugreise nach Riga – fast so spannend wie der Weltraumbahnhof Baikonur PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 02. März 2012 um 21:31 Uhr

Auf dem Bahnsteig im Hauptbahnhof RigaWer möglichst umweltschonend in die baltischen Staaten reisen will, wird mit langer Reisezeit und weiteren Strapazen bestraft. Eigentlich wäre die Eisenbahn das geeignete Transportmittel für solche Fernstrecken. Doch bislang gestaltet sich eine Schienenreise von Berlin bis Riga als Entschleunigungsübung mit ganz speziellem Service auf weißrussischer Seite. Zur Kaiserzeit war die baltische Region mit Dampfrössern schneller erreichbar. Lettland leistet sich eine sowjetische Museumsbahn als Massentransportmittel. Aber die baltischen Länder wollen den Anschluss an den Westen. Ihre Regierungen planen daher, mit EU-Hilfe die Rail Baltica zu bauen. Diese soll die Städte Tallinn, Riga und Kaunas mit Warschau und Berlin verbinden. Die Modernisierung des veralteten Bahnnetzes könnte auch die lettische Wirtschaft vorantreiben. Doch in letzter Zeit macht eher eine fragwürdige Ausschreibung Schlagzeilen.

Abfahrt auf dem Gelände des Hauptbahnhofs Riga, Foto: LP

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Latvijas Krājbanka: Lettland hat eine neue Krachbank PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 25. November 2011 um 22:59 Uhr

Krajbanka-AutomatBritische Polizisten nahmen am 24.11.11 Wladimir Antonow und Raimondas Baranauskas fest. Die litauische Regierung hatte einen internationalen Haftbefehl ausgestellt. Sie wirft den beiden Inhabern der Snoras-Bank vor, dass sie mit betrügerischen Machenschaften und gefälschten Dokumenten ihr Geldinstitut in die Pleite wirtschafteten. Die Banker kamen am nächsten Tag erst einmal gegen Kaution frei. Der jüngste Bankenkrach ruiniert auch Latvijas Krājbanka. Der lettische Staat veräußerte sie seit 1997 nach und nach. Nun ist sie eine Tochter dieser litauischen Privatbank. Die Zahlungsunfähigkeit der Krājbanka erreicht offenbar nicht die Dimension der Parex-Krise, die den lettischen Staat 2008 an den Rand des Bankrotts trieb. Antonows lettische Filiale rangiert lediglich auf Platz 9 der größten lettischen Banken. Dennoch ist dies ein Rückschlag in der wirtschaftlichen Erholung des Landes. Abermals muss die lettische Regierung Geld bereitstellen, um die Spareinlagen und Gehaltskonten der Kunden abzusichern. Diese standen am Wochenbeginn erst einmal ratlos vor gesperrten Geldautomaten. Die Folgen für die lettische Wirtschaft sind noch nicht abzusehen. Die Rigaer Fluggesellschaft airbaltic ist Kunde der Snoras-Bank. Pietiek.com berichtete, dass die lettische Regierung erwägt, einen Millionenauftrag für neue Eisenbahnzüge zu stornieren. (Inzwischen dementieren Regierung und die Waggonbau-Manager, dass Fabrik und Vertrag gefährdet seien). Die Vorsitzende des lettischen Arbeitgeberverbandes, Līga Menģelsone, warnte, dass zahlreiche Firmen, deren Krājbanka-Konten gesperrt sind, nun selbst zahlungsunfähig werden könnten. Auch zahlreiche Kommunen haben Einlagen in der lettischen Traditionsbank, die 1924 gegründet wurde und zuletzt über 900 Mitarbeiter beschäftigte.

Die Krājbanka-Automaten geben kein Geld mehr her, Foto: LP

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