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Münster, 26.6.2017
Lettische Erwerbslosenquote im Dezember: 22,8 % - Ökonomen rechnen mit weiteren Abwanderungen PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 30. Januar 2010 um 20:35 Uhr
Die VEF-Fassade mit blitzeschleuderndem ZeusDie Eurostat-Statistiker veröffentlichten am 29.1.09 ihre Zahlen zu den Erwerbslosen-Quoten der EU-Mitgliedsländer. Sie berechneten für den Dezember 2009, dass die Letten weiterhin mit der höchsten Quote aller 27 EU-Staaten leben müssen. Im fünften Monat in Folge hat Lettland diesen traurigen Spitzenplatz inne. Die Quote für Deutschland betrug 7,5 Prozent. Die niedrigste Prozentzahl verzeichneten die Niederländer (4) und die Österreicher (5,4). Der EU-Durchschnitt lag bei 9,6 Prozent. Diese Statistik ist `saisonbereinigt`, das heißt, dass Schwankungen, die jahreszeitlich bedingte Arbeitslosigkeit verursachen, herausgerechnet wurden. Die EU-Statistiker ermittelten zudem ein besonders erschreckendes Detail für das vierte Quartal des letzten Jahres: 44,5 Prozent der spanischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren in diesem Zeitraum erwerbslos. Ihren lettischen Altersgenossen erging es mit 43,8 Prozent kaum besser. Das Webportal Delfi.lv publizierte am selben Tag eine Diskussion zwischen Wirtschaftsexperten. Sie wurden gefragt, wie sie die weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts einschätzen. Sie erwarten unter anderem weitere Abwanderung. Dabei haben allein zwischen 2004 und 2006 hunderttausend Letten ihre Heimat verlassen.
Die historistische Fassade des ehemaligen staatlichen Elektrokonzerns VEF steht beispielhaft für die Deindustrialisierung Rigas. Den Großbetrieben blieb keine Zeit, sich auf die westlichen Märkte einzustellen. Foto: UB
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Oktober 2013 um 19:38 Uhr
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Parex-Bank will nicht mehr Parex-Bank sein - aber trotzdem weitere 100 Millionen Lats vom Staat PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. November 2009 um 22:29 Uhr
In der Nähe befindet sich das FinanzministeriumNils Melngailis betätigt sich seit dem letzten Dezember als eingesetzter Krisenmanager der Parex-Bank. Seine Angestellten hatten sich verspekuliert und standen vor dem Bankrott. Die Regierung von Ivars Godmanis rettete im Herbst 2008 das zweitgrößte private Geldinstitut des Landes mit 670 Millionen Lats (=939 Millionen Euro), übernahm zunächst 51 Prozent der Aktien, später 85 Prozent. Diese Pleite beschleunigte die wirtschaftliche Talfahrt derart, dass Lettland wenig später einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds benötigte. Seitdem sehen sich die lettischen Regierungen zu einem strikten Sparkurs gezwungen, unter dem vor allem Rentner und staatliche Bedienstete, indirekt aber auch die Arbeitnehmer der Privatwirtschaft zu leiden haben. Die Wirtschaft schrumpft unter deflationären Bedingungen und die Letten leben nun mit der höchsten Erwerbslosenquote in der Europäischen Union. Melngailis erklärte gegenüber dem TV-Polit-Magazin de facto, dass sein `systemrelevantes` Geldhaus weitere 100 Millionen Lats (=140 Millionen Euro) vom Staat brauche. Er plant, die Schulden und wertlosen Papiere in eine Bad Bank auszulagern. Aus Imagegründen erwägt der Parex-Vorstandsvorsitzende, den Namen seiner Pleitefirma zu ändern. Derweil kritisiert der jetzige Premier Valdis Dombrovskis . wie die staatliche Übernahme in der Zeit der Vorgängerregierung vonstatten ging: Unter anderem seien mit dem Parex-Personal überhöhte Gehälter und Abfindungen vereinbart worden.
 
Die Parex-Zentrale in der Rigaer Altstadt, Foto: UB
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Chaostage bei der Tageszeitung "Diena" PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 16:24 Uhr
Schlechte Aussichten für die freie PresseChaos herrscht nicht nur, wenn sich Punks in Hannover versammeln oder frustrierte Jugendliche vor dem lettischen Parlament Polizeiwagen umkippen. Auch bei der größten lettischen Tageszeitung, der Diena (=der Tag), fliegen derzeit die Fetzen. Die Mitarbeiter rebellieren gemeinsam mit den Kollegen des Wirtschaftsblatts Dienas Bizness und der Verlagsgruppe Dienas mediji gegen ihren Chef und den neuen Eigentümer aus Großbritannien. Die Chefredakteurinnen Anita Brauna und Nellija Ločmele kündigten ihre Posten nach offenem Krach mit Aleksandrs Tralmaks, dem Vorstandsvorsitzenden ihres Unternehmens. Zwölf weitere Journalisten erklärten sich solidarisch und verließen ebenfalls die Redaktion. Die Diena-Journalisten berichten recht offen über den hauseigenen Arbeitskampf um betriebswirtschaftliches Überleben und journalistische Qualität.

Die Lage der Diena: Bei Hempels unter dem Sofa, Foto: UB
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 07. Februar 2011 um 21:12 Uhr
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