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Münster, 15.12.2018
Lettland: Verwickelte Abwicklung von KKV Liepajas Metalurgs PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. April 2018 um 12:00 Uhr

Kein Stahl mehr aus Liepaja

ElektrohochofenDie Hafenstadt Liepaja war einst ein wichtiger Industriestandort und das Stahlwerk Liepajas Metalurgs eines ihrer größten Firmen. Sportvereine und die Sporthalle trugen den Namen Metalurgs. Doch seit der Finanzkrise kamen die Stahlkocher nicht mehr aus der Verlustzone. Ein Kredit, für den der Staat bürgte, und die Investition in einen modernen Elektroschmelzofen brachten keine Wende. 2013 meldeten die Aktionäre Insolvenz an, die Regierung veräußerte Metalurgs an die ukrainische KKV Group, der die Sanierung misslang und die sich danach mit der lettischen Regierung vor internationalen Schiedsgerichten stritt. Seit September 2016 ist KKV Liepajas Metalurgs endgültig insolvent und wird nun in Auktionen stückweise zerlegt und verkauft.

Ein Elektro-Hochofen, Foto: „Fotothek df n-08 0000383“ von Deutsche Fotothek‎. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons.

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EU-Abgeordneter Sven Giegold fordert „strenge“ EZB-Eingangsprüfung für Citadele-Bank PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 20. April 2018 um 08:20 Uhr

„Sumpf des schmutzigen Geldes“

Citadele-Zentrale in RigaGiegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen/ EFA-Fraktion, schrieb der Vorsitzenden der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy, am 17. April 2018 einen Brief. Darin fordert er die Bankenprüferin auf, die Citadele-Bank besonders gründlich zu kontrollieren. Nach der Pleite der ABLV ist nun die Citadele die drittgrößte lettische Bank. Nouys Behörde kontrolliert die drei größten lettischen Kreditinstitute, neben der Swedbank und der SEB nun auch die Citadele. Nach Giegolds Auffassung habe der SSM, der Single Supervisory Mechanism – so lautet der offizielle Name der Bankenaufsicht – im Falle der ABLV versagt: „Nach dem unrühmlichen Scheitern der ABLV-Bank muss ein weiteres peinliches Aufsichtsversagen um jeden Preis vermieden werden. Citadel hat einen beträchtlichen Anteil an ausländischen Kunden. Die EZB sollte eine gründliche Eingangsprüfung durchführen, bevor sie die direkte Aufsicht über die Citadel Bank übernimmt. Die Eingangsprüfung sollte als vollständige Überprüfung der Qualität der Vermögensgegenstände unter Berücksichtigung der Geldwäscherisiken durchgeführt werden.“ (sven-giegold.de)

Die Citadele-Zentrale in Riga, Foto: LP

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Lettische Regierung will Konten für Offshore-Firmen untersagen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 12. April 2018 um 00:00 Uhr

Geldwäsche an der Daugava zukünftig verboten

Panama-City"Wir sind näher als die Schweiz," so warb die lettische Parex-Bank in den 90er Jahren in russischen Medien. Das war eine Einladung für alle unehrlichen Kapitalanleger, die Geld vor dem Fiskus auf einem Konto jenseits der Grenze verbergen wollten, also dort, wo die Besteuerung gering und die Kontrollen lax waren. Kurz nach der Unabhängigkeit zählte man in Lettland 67 Banken. Die Kunden kamen häufig aus anderen Ländern. Sie besaßen mehr als die Hälfte aller Geldeinlagen. Es war ein Geschäft mit Risikoklienten und unsicherem Ausgang. Die Parex-Bank stand Ende 2008 vor der Pleite. Sie galt als systemrelevant, musste mit Steuermilliarden `gerettet` werden. Die lettische Wirtschaft geriet nach der Bankenkrise der 90er Jahre abermals in eine schwere Rezession. Der Versuch lettischer Politiker, Banker und Lobbyisten, mit Offshore-Inseln um anrüchiges Geld zu konkurrieren, ist gescheitert. Jetzt zieht die Regierung die Konsequenz. Noch in diesem Monat will sie ein Gesetz durch das Parlament bringen, das lettischen Bankern verbietet, für Offshore-Firmen Konten einzurichten.

Das Bankenviertel von Panama-City - Es wurde durch die Panama-Papers und als Sitz von Offshore-Firmen, die auch mit Lettland Geschäftsbeziehungen unterhalten, bekannt, Foto: Von Dronepicr - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link

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